Bräunlingen

Eine neue Bank am Hexen-Denkmal in Waldhausen

von Schwarzwälder Bote

Bräunlingen-Waldhausen (ra). Es ist ein kleiner Stein neben einer Bank ganz in der Nähe der ehemaligen Burg Dellingen. Er verweist auf den Unfall, der sich 1986 ereignet hat. Einmal im Jahr verwandeln sich die Bräunlinger Urhexen in Rieswellemacher und organisieren Futter für das große Hexenfeuer. Früher fuhren sie mit alten Fahrrädern durch den Wald, sammelten Reisig und fertigten daraus Reiswellen, die sie an den Weg legten und die anschließend mit einem Fahrzeug eingesammelt wurden.

Eine Urhexe namens Aloisa war damals offensichtlich zu schnell mit dem Rad unterwegs und flog aus der Kurve, wurde ohnmächtig und kam ins Krankenhaus.

Heute ist man mit Traktoren und Anhängern unterwegs. Obwohl der Unfall letztendlich glimpflich ablief und die betroffene Person keine bleibenden Schäden davontrug, beschlossen Bernhard Weißer und Franz Hofacker fünf Jahre später, das Ereignis mit einem liebevoll hergestellten großen Gedenkstein an jener Stelle zu würdigen.

Als nun Horst Kritzer vor 20 Jahren erstmals zum Ortsvorsteher Waldhausens gewählt wurde, ließ er neben dem Stein eine Bank aufstellen. Doch der Zahn der Zeit nagte daran, sie wurde morsch und zuletzt ein Zuhause für allerlei Getier.

Oberhexe mit dabei

So ergriff Horst Kritzer ein zweites Mal die Initiative. Aus den Mitteln des Ortschaftsrats wurde eine neue Bank angeschafft, die nun feierlich eingeweiht wurde. Fachgerecht installiert wurde sie von Andreas Fürderer, der als Ortschaftsrat alle Bänke im Teilort ehrenamtlich betreut und rundherum regelmäßig mäht. Natürlich durfte an diesem geschichtsträchtigen Platz des Unfalls, an dem damals auch ein Baum gepflanzt wurde, die Bräunlinger Oberhexe nicht fehlen. Martin Reichmann, die "gelbe Hexe" aus Bräunlingen, erschien dazu standesgemäß im Rieswellemacherhäs.

In Bräunlingen gibt es 16 Urhexen, davon sind 15 rot gekleidet, nur eine ist gelb. Und die ist Vorbild für den kleinen Paul. Bei der Bankeinweihung wollte er unbedingt dabei sein, schließlich will er dieses Amt übernehmen, wenn der alt genug ist.