Blumberg

Doch kein Tempo 70 am Randenkreuz

von (blu)

Blumberg - Im Gemeinderat wurden die Ergebnisse der Blumberger Verkehrsschau 2017 vorgestellt und diskutiert.

Abgelehnt wurde einmal mehr die Geschwindigkeitsbegrenzung am Randenkreuz an der Einmündung B 314 in die B 27 auf 70 Stundenkilometer, weil in alle Fahrtrichtungen ein großes Sichtfeld bestehe. Laut Polizeipräsidium gab in diesem Bereich keine nennenswerten Unfälle.

Kernstadt, Teves-/Leo-Wohleb-Straße/Tunnelweg: An dieser unfallträchtigen Kreuzung soll eine Kreisverkehr nochmals überprüft werden. Nach Auffassung nach der Verkehrsschau würde dies zu einer erheblichen Reduzierung der Verkehrsunfälle führen. Zunächst soll dort das Zusatzzeichen "Unfallgefahr, Seitenaufprall" angebracht werden.

Danziger Straße/Einmündung Mörikestraße: Dort soll ein Verkehrsspiegel aufgestellt werden, nachdem eine 1,50 Meter hohe Mauer die Sicht von der Mörikestraße in die Danziger Straße erheblich eingeschränkt.

Winkler-, Einmündung Tevesstraße: Das Parkverbot am nordwestlichen Fahrbahnrand wird aufgehoben.

Ottilienweg: Abgelehnt wurde ein umfassendes Parkverbot auf der Nordseite des Ottilienwegs um den Durchgangsverkehr nicht zu behindern und Parkplätze dort für Besucher und Anwohner erforderlich sind.

Ottilienweg, Richtung Hundeheim: Abgelehnt wurde eine Tempo-30-Zone bis zum Hundeheim. Sollte sich keine Verbesserung ergeben, könnte eine Verkehrsüberwachung durch das Landratsamt angeregt werden.

Achdorfer Straße im Bereich Haus Nr. 53: Abgelehnt wurde die vorhandene Tempo-30-Zone mit einem zusätzlichen Verkehrszeichen zu verdeutlichen, da in beiden Fahrtrichtungen auf der Fahrbahn die Ziffer 30 markiert sei.

Zollhaus, Bahnhofstraße: Abgelehnt wurde, das Ausweisen von P+R Plätzen an den Parkflächen entlang der Bahnhofstraße (Museumsbahn und Ringzug) durch zusätzliche Verkehrszeichen zu verbessern. Die vorhandenen P+R Plätze seien gut erkennbar.

Zollhaus, Gewerbegebiet Vogelherd: Abgelehnt wurde Tempo 30 im Verlauf der gesamten Straße Vogelherd. Tempo-30-Zonen seien nur in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf erlaubt, nicht aber in Gewerbegebieten, deren Straßen vor allem auch dem Schwerverkehr dienen.

Zollhaus: Vogelherd/Waldshuter Straße (L 214): Abgelehnt wurde, im Einmündungsbereich der Straßen Vogelherd und Waldshuter Straße jeweils einen Verkehrsspiegel aufzustellen. Bei angepasster Fahrweise sei die Sicht beim Einbiegen in die Waldshuter Straße ausreichend. Ein Rückschnitt der angrenzenden Bepflanzung bringe ebenfalls Verbesserung. Am vorhandenen Verkehrszeichen "Vorfahrt gewähren" sei das Zusatzzeichen "Radverkehr in beide Richtungen" zu ergänzen. Im Einmündungsbereich zum Werksverkauf des Schwarzwaldhofs fehlt eine markierte Furt für den Radweg, diese ist rot einzufärben und mit einem Piktogramm "Fahrrad" zu versehen.

Achdorf: Um die Sicht im Kreuzungsbereich der Kreisstraße von Blumberg nach Bonndorf (K 5747) und der Kreisstraße von Achdorf nach Fützen (Wellbelchweg) zu verbessern, soll Bewuchs entfernt sowie der Zaun am südlichen Fahrbahnrand teilweise rückgebaut werden. Gegenüber der Einmündung des Wellblechwegs in die Straße nach Blumberg soll ein Verkehrsspiegel aufgestellt werden.

Eschach: Nicht empfohlen wurde, im Einmündungsbereich Brünnlestraße/Bürglebuckstraße einen Verkehrsspiegel. Die Sicht sei in beide Richtungen ausreichend.

Opferdingen: In der Wörthgasse wird das Zusatzzeichen "Anlieger frei" durch ein neues Zusatzzeichen "Fahrrad und Anlieger frei" ausgetauscht.

Opferdingen, Schloßstraße: Um die Sicht zu verbessern, soll der intensive Bewuchs aus den Vorgärten zurückgeschnitten werden. Tempo 30 und ein Verkehrsspiegel seien dann nicht nötig.

Fützen: Ein Park- oder Haltverbot am nördlichen Fahrbahnrand der Singener Straße (Ortsdurchfahrt) wird abgelehnt. Parkende Autos auf der Fahrbahn "tragen erheblich zur Verlangsamung des Verkehrsflusses" bei, Parkmöglichkeiten seien im Verlauf der Singener Straße erforderlich, der Polizei seien dort keine Unfälle bekannt, die Singener Straße sei sieben Meter breit.

Fützen: Vor dem Schul- und Rathaus wird von 7 bis 14 Uhr eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Ein zeitlich unbegrenztes Tempo 30 sei nicht möglich, da es sich um eine Kreisstraße (nach Beggingen) handle.

Hondingen: Nicht empfohlen wird, in der Mühlgasse als Zufahrt zum Gemeinschaftshaus einen Verkehrsspiegel aufzustellen. Durch die rechts-vor-links Vorfahrtsregelung seien einfahrende Fahrzeuge ohnehin wartepflichtig. Eine Verbesserung könne der weitere Rückschnitt der Hecken erbringen. Hondingens Ortsvorsteher Horst Fürderer konnte dies nicht nachvollziehen.

Hondingen: Entbehrlich sei eine erläuternde Beschilderung zur eindeutigen Vorfahrtsregelung im Bereich der Einmündung Stobergweg/Im Unterdorf. Durch die Regelung rechts-vor-links sei die Sicht im Einmündungsbereich gut.

Neuhaus: Weil im Bereich des Grenzübergangs oft deutlich schneller als 20 Stundenkilometer gefahren wird, soll in Fahrtrichtung Deutschland ab der tatsächlichen Staatsgrenze die Abstufungen 80; 60; 40; und 20 Stundenkilometer erfolgen, zudem soll es zeitweise verdeckte Geschwindigkeits- und Verkehrszählungen auf deutscher Seite geben.

Riedböhringen: Im Wohngebiet Aitental und dem ang renzenden Neubaugebiet wird Tempo 30 befürwortet, dafür sei allerdings ein Gemeinderatsbeschluss erforderlich.

Seite 2: Stellungnahme

Stadtrat Werner Waimer (FDP) aus Zollhaus verlas eine Stellungnahme: "Wie in den vergangenen Jahren nehmen wir auch in diesem Jahr das Ergebnis der Verkehrsschau zur Kenntnis. In der Vorbereitung der heutigen Sitzung habe ich mir die Berichte von 2014 bis heute noch einmal angeschaut. Viele der angesprochenen Situationen und Vorschläge basieren heute wie in der Vergangenheit auf den Sorgen und Ängsten unserer Bürger. Wie wir damit umgehen, muss jeder für sich entscheiden und bewerten. In einer Sache hat mich gerade auch die Verkehrsschau und das Ergebnis daraus bestärkt: Wir sollten dringend und zeitnah ein Verkehrsgutachten auf den Weg bringen und intensiv beraten. Gerade im Hinblick auf unsere Einkaufszentren an der Stadteinfahrt, dem geplanten Schulcampus und dem möglichen Baugebiet unterhalb des Schwimmbades. Das Ergebnis der Verkehrsschau nehme ich mit Fragezeichen zur Kenntnis."