Blitzmarathon 2019

Polizei ertappt über 7700 Raser

von (dpa/lsw/pz/sb)

Stuttgart - Beim Blitzmarathon gegen Raser in Baden-Württemberg am Mittwoch sind 7730 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt worden. 

161 Autofahrer müssen mit einem Fahrverbot rechnen, wie Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. An knapp 400 Messstellen wurde landesweit die Geschwindigkeit von über 170.000 Fahrzeugen überprüft. 

Einige der Kontrollen starteten den Angaben zufolge bereits in der Nacht zum Mittwoch. Die Aktion endete am Donnerstag. Landesweit waren über 1100 Polizisten im Einsatz.

Bei den Kontrollen im Südwesten standen sechs Fahrer unter Alkoholeinfluss, bei zwölf Fahrern wurden Drogen festgestellt. Außerdem nutzten 129 Personen illegal ihr Mobiltelefon. Auch an der B 462 zwischen Sulgen und Schramberg legte sich die Polizei auf die Lauer. Der schnellste Autofahrer war dort mit 117 Stundenkilometern unterwegs. Erlaubt sind 80.

Strobl sagte, oberstes Ziel der Arbeit sei die Verbesserung der Verkehrssicherheit für die Bürger. Und er betone ausdrücklich: "Verkehrsüberwachung hat nichts mit Abzocke zu tun, sondern rettet Menschenleben." Wegen überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit starben nach Angaben des Ministeriums im vergangenen Jahr im Südwesten 161 Menschen.

Den sogenannten Speed-Marathon gibt es seit mehreren Jahren. Bei der europaweit vom European Traffic Police Network (Tispol) koordinierten Aktion gibt es zeitgleich in mehreren Bundesländern Geschwindigkeitskontrollen. Zuletzt weitete sich die Aktion über Deutschland hinaus auf andere Länder Europas aus.

Die Ergebnisse der einzelnen Polizeipräsidien finden Sie im Laufe des Tages hier:

Info: Die genaue Bilanz

Das Innenministerium in Baden-Württemberg hat die genauen Ergebnisse des Speedmarathons am Donnerstag bekanntgegeben:

Anzahl eingesetzter Polizeibeamter: 1.111

Anzahl Kontrollstellen: 366

Anzahl kontrollierter oder gemessener Fahrzeuge: 173.000

Geschwindigkeitsverstöße gesamt: 7.730

… davon Verwarnungen: 6.002

… davon Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen: 1.728

Anzahl Regelfahrverbote: 161

 

Fahren unter Alkoholeinfluss: 6

Fahren unter Drogeneinfluss: 12

Verstöße gegen das Handy-Verbot: 129

Verstöße gegen die Gurt- und Helmpflicht: 147

Präsidiumsbereich Tuttlingen

Im Präsidiumsbereich Tuttlingen wurde an 65 Stellen kontrolliert. Von über 17.000 Fahrzeugen konnte bei 1243 Ein Geschwindigkeitsverstoß festgestellt werden.

997 Fahrer kamen mit einer Verwarnung davon, während 264 mit einem Bußgeld rechnen müssen. Neun Fahrer dürfen außerdem den Führerschein für eine Weile abgeben.

Bei den durchgeführten Kontrollen wurden zudem 24 Verstöße gegen die Gurt- und Helmpflicht festgestellt. Fünf Fahrer verwendeten ihr Handy.

Präsidumsbereich Karlsruhe

Das Polizeipräsidium Karlsruhe führte gemeinsam mit Behördenmitarbeiter in der Zeit zwischen 00.00 und 24.00 Uhr verstärkt Geschwindigkeitskontrollen an 28 Kontrollstellen innerhalb des Zuständigkeitsbereichs durch.

Insgesamt wurden die Geschwindigkeiten von 17.088 Fahrzeugen gemessen und bei Vorliegen von Verstößen die Fahrer samt deren Fahrzeuge kontrolliert. Als Gesamtergebnis wurden am Ende der Aktion allein im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe 776 Verwarnungen, 80 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und 3 Regelfahrverbote gezählt.

Präsidiumsbereich Freiburg

Die Polizeireviere und die Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums Freiburg beteiligten sich an der europaweiten Aktion "Speedmarathon". Mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten kontrollierten am Mittwoch bei insgesamt 13.675 Fahrzeugen die gefahrene Geschwindigkeit.

Bei den 31 durchgeführten Kontrollen waren auch mobile Teams unterwegs, die beispielsweise mit Lasermessgeräten sowohl innerhalb, als auch außerhalb von Ortschaften aktiv waren. Das Besondere bei den Messungen des Polizeivollzugsdienstes ist die Vorgehensweise. Die Beamten konfrontieren die Verkehrssünder überwiegend an Ort und Stelle mit dem Messergebnis. Neben dem Bußgeld, das bei einem Verstoß dann fällig wird, eröffnen solche Gespräche auch die Chance, die Unfallursache Geschwindigkeit zu thematisieren und den Sinn der Kontrollen zu erklären.

Unter den 369 gezählten Geschwindigkeitsverstößen waren 288 Übertretungen, die noch mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden konnten. 81 Verkehrsteilnehmer wurden wegen höherer Übertretungen angezeigt und sieben davon müssen mit einem Fahrverbot rechnen.

Präsidiumsbereich Reutlingen

Insgesamt wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen die Geschwindigkeiten von 45.213 Fahrzeugen gemessen. Allein die Behörden und Kommunen kontrollierten davon 15.577 Fahrzeuge. Knapp 150 Polizeibeamtinnen und Beamte führten in den drei Landkreisen rund 29.630 Messungen durch.

Während sich erfreulicherweise die deutliche Mehrheit der gemessenen Fahrzeugführer an die Verkehrsregeln hielt, waren es am Ende doch mehr als 1.100 Fahrzeugführer (Reutlingen: 43, Esslingen: 865, Tübingen: 207), die zu schnell unterwegs waren.

In den meisten Fällen handelte es sich um Geschwindigkeitsüberschreitungen im Bereich bis zu 20 Stundenkilometer. Zehn Fahrzeuglenker waren so schnell unterwegs, dass sie mit einem Fahrverbot rechnen müssen (Reutlingen: 3, Esslingen: 6, Tübingen: 1). Einer der Spitzenreiter war ein Audi A5 Sportback, der auf der B 27 bei Dußlingen mit mehr als 170 Stundenkilometer bei erlaubten 120 Stundenkilometer gemessen wurde. Ein Bußgeld von 160 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot sind die Folgen für den Fahrer.

Präsidiumsbereich Offenburg

Mit mehr als 50 eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten wurden an 28 Kontrollstellen im Präsidiumsbereich Offenburg insgesamt 5159 Kontrollen durchgeführt.

Da nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit eine der häufigsten Unfallursache in der Unfallstatistik ist, wurden die Kontrollstellen hauptsächlich an Unfallschwerpunkten gewählt. Hierbei konnten 323 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden.

In 277 Fällen handelte es sich um Geschwindigkeitsüberschreitungen im Verwarnungsbereich. 46 Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige rechnen und vier davon für eine Zeit auf ihren Führerschein verzichten. Neben dem Hauptaugenmerk auf Geschwindigkeitsüberprüfungen, wurden zwei Fahrten unter Drogenbeeinflussung, elf Handyverstöße sowie 49 Verstöße gegen die Gurt- und Helmpflicht beanstandet.