Bisingen

Bald werden die Kita-Plätze knapp

von Ina Frank

Bisingen - In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat Bisingen mit der Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung. Die Räte stimmten unter anderem für ein neues Zeitmodell.

"Wir haben versucht, die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern mit den räumlichen und finanziellen Möglichkeiten in Einklang zu bringen", eröffnete Hauptamtsleiterin Kerstin Just den Tagesordnungspunkt zum Bedarfsplan der Bisinger Kindertageseinrichtungen.

Für jedes Kind ab einem Jahr besteht ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. In Bisingen gibt es derzeit fünf Kitas in Trägerschaft der Gemeinde, hinzu kommt ein Waldorfkindergarten. 53 Fachkräfte, zwei sogenannte Anerkennungspraktikanten, die noch in Ausbildung sind, und zwei Mitarbeiter, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, arbeiten derzeit in den gemeindeeigenen Kindertagesstätten. Sie kümmern sich auch um die Inklusion und Integration von Kindern und setzen seit vielen Jahren Sprachförderprogramme um.

Während der Pfingst- und der Sommerferien wird jeweils in einer Kita für eine Woche eine Ferienbetreuung angeboten. In den Sommerferien sei die Nachfrage mittlerweile so hoch, berichtete Just, dass man ein neues Verfahren einführen werde: Die Eltern müssen nachweisen, dass sie keinen Urlaub nehmen können. Die Plätze werden dann nach Prioritäten, orientiert an der Berufstätigkeit, vergeben.

Die Kindergartenplätze in der Gemeinde sind begehrt. Ende letzten Jahres waren 94 Prozent der Plätze bei den über Dreijährigen und 97 Prozent der Plätze bei den unter Dreijährigen belegt. Letztere Quote sank aufgrund der Einrichtung der neu eingerichteten Krippengruppe auf 71 Prozent. Positiv werteten die Gemeinderäte auch, dass Tagespflegepersonen weiterhin einen Zuschuss von zwei Euro pro Stunde von der Gemeinde erhalten.

Nach wie vor bestehe eine hohe Nachfrage nach Ganztagsplätzen für über Dreijährige, führte Just weiter aus. Auch würden sich viele Eltern verlängerte Öffnungszeiten wünschen. Im Kindergartenjahr 2018/19 wird aber jedem in Bisingen wohnenden Kind noch ein Betreuungsplatz angeboten werden können.

Neues Modell für die Betreuungszeiten

Für die langfristige Planung schlägt die Verwaltung nun vor, in einer weiteren Kita in die Ganztagsbetreuung einzusteigen. Das soll die Kita Spatzennest in Steinhofen sein. Notwendig dafür wären einmalig 2000 Euro für die Ausstattung, zirka 30.000 Euro pro Jahr für den Personalmehrbedarf plus zirka 7000 Euro pro Jahr für eine Hauswirtschaftskraft, die sich um das Mittagessen kümmern würde.

Zudem soll ein neues Betreuungsmodell eingeführt werden. Der Regelkindergarten hat einen Umfang von 30,5 Stunden, die Betreuungszeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 12.30 Uhr und Montag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Der "verlängerte Vormittag" kann mit 30 Stunden pro Woche (Betreuung von 7 bis 13 Uhr oder von 7.30 bis 13.30 Uhr) oder mit 35 Stunden pro Woche (Betreuung von 7 bis 14 Uhr) gebucht werden. Die Ganztagsbetreuung geht entweder 40 Stunden pro Woche (acht Stunden nach Wahl im Zeitraum zwischen 7 und 17 Uhr) oder 50 Stunden pro Woche (Betreuung von 7 bis 17 Uhr), hier bekommen die Kinder ein Mittagessen. Bei den unter Dreijährigen gibt es Betreuungsangebote für 25, 30, 40 und 50 Stunden pro Woche. Die Elternbeiträge müssen hierfür um fünf Prozent erhöht werden. Just hoffte, dass der Gemeinderat die Ideen der Verwaltung mittragen würde. Das tat er: Die Räte stimmten geschlossen dafür, die Maßnahmenplanung umzusetzen.