Basketball

Wiha Panthers: Niederlage in Spiel eins

von Michael Bundesmann

Die wiha Panthers Schwenningen haben das erste Spiel in der Play-off-Halbfinalserie der ProB (Modus "Best of 3") in Münster vor 3000 Zuschauern mit 62:75 verloren. Nun setzen die Neckarstädter ihre Hoffnungen auf das zweite Duell daheim am Ostersamstag (20 Uhr).

Es wurde in der Sporthalle Berg Fidel – wie erwartet – das erste packende Halbfinal-Duell zwischen zwei Teams, die sich auf Augenhöhe begegneten. Beide Mannschaften kämpften vor 3000 Zuschauern um jeden Millimeter. 35 Minuten lang schien der Plan der Schwenninger aufzugehen. Mit einem Dreier hatte Leon Friederici knapp sieben Minuten vor dem Ende auf 51:52 verkürzt, doch dann unterliefen den Gästen zu viele Fehlwüfe und auch einige Turnovers, die die Gastgeber zum Erfolg nutzten. Die Münsterländer zogen – auch weil in diesen Schlussminuten noch Jan König zwei wichige Dreier gelangen – über ein 60:53 und 66:55 zum 75:62-Endstand im ersten Halbfinal-Duell davon. Damit verbuchte die Mannschaft von Trainer Philipp Kappenstein ihren 14. Sieg in Folge.

Vieles machten die Neckarstädter über weite Strecken der Partie gut. Die erwartete Reboundstärke der Gastgeber hatten die Panthers mit 38:32 gut im Griff. Im Bereich der Zweier-Quote lagen die Gäste mit 60:42 Prozent noch deutlicher vorne. Aber es gab drei Faktoren, die mit den Ausschlag für den ersten Sieg der Baskets in dieser Serie ausmachten. Bei der Dreierquote hatte Münster mit 41:11 Prozent klare Vorteile. Ebenso ging der Vergleich der Freiwürfe mit 59:52 Prozent an die Westdeutschen. Auch bei den Turnovers (11:21) lagen sie deutlich unter dem Fehlerwert der Panthers.

Mit 20:14 hatte das erste Viertel für Münster geendet, nachdem Panthers-Coach Alen Velcic in der seiner Starting-Five Bill Borekambi, Rasheed Moore, Sergey Tsvetkov, Kosta Karamatskos und Anell Alexis aufgeboten hatte. Alexis konnte jedoch mit nur zwei Punkten bei weitem nicht an seine hervorragende Leistung wie eine Woche zuvor in Gießen anknüpfen.

Alen Velcic hielt sich nach dem Spiel in Münster mit Kritik zurück, aber was ihn störte, war der Aspekt, dass letztendlich in den entscheidenden Phasen der zweiten Halbzeit wieder zu viel im Schwenninger Spiel nur auf den Schultern von Rasheed Moore, Bill Borekambi oder auch Kapitän Kosta Karamatskos lastete. "Da müssen alle einfach auch mehr Verantwortung übernehmen".

Nach dem ersten Viertel wurde die Partie enger – zur Pause führte Münster mit 35:27. Im dritten Viertel trumpften die Panthers auf, spielten auch ihre physische Vorteile nun aus. Vor dem Schlussabschnitt war die Partie mit nur noch 48:46 für die Münsteraner völlig offen. Aber die Schwenninger nutzten ihre Chancen in den letzten Minuten nicht. Am Samstag wollen die Panthers aber auf das erste Duell entsprechend antworten.

Statistik:

Panthers: Sergey Tsvetkov (4 Punkte/14:56 Minuten Einsatzzeit), Mo Braimoh (0/1:46), Anell Alexis 2/21:30), Bill Borekambi (19/37:52), Kosta Karamatskos (6/32:45), Rasheed Moore (15/29:16), Leon Friederici (12/22:25), Darius Pakamanis (4/15:59), Hannes Osterwalder (0/2:24), Abu Abaker (0/7:15) und Seid Hajric (0/13:52).

Beste Scorer Münster: Jo Cooper (21), Malcom Delpeche (16) und Alex Goolsby (11).

Rebounds: 32:38 für Panthers. Dreierquote: 41:11 Prozent. Zweierquote: 42:60 Prozent. Freiwürfe: 59:52 Prozent. Turnovers: 11:21. Steals: 10:14.

Stimmen zum Spiel

Alen Velcic, Panthers-Coach:

"Bei allem Respekt vor der guten Leistung von Münster, aber dieses Spiel müssen wir nicht verlieren. 35 Minuten lang waren wir im Plan, dann haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Die Partie wurde auch wie erwartet von zwei starken Defense-Reihen geprägt. Diese Serie bleibt völlig offfen. Am Samstag haben wir unsere Fans im Rücken. Die Stimmung hier in Münster war großartig. Das war alles ein toller Rahmen für dieses Halbfinale."

Philipp Kappenstein, Coach der Baskets Münster:

"Wir haben defensiv wieder überragend gespielt – und zwar über die gesamte Spielzeit. Es war ein sehr hartumkämpftes Spiel – Schwenningen hat eine tolle Leistung geboten. Jo Cooper und Malcolm Delpeche waren bei uns herausragend. Unsere Fans haben uns toll nach vorne getrieben. Diese Serie ist aber noch lange nicht entschieden."

Kosta Karamatskos, Panthers-Kapitän:

"Ich sehe weiterhin gute Chancen, dass wir das Finale erreichen. Wir müssen allerdings im zweiten Spiel unsere leichten Fehler weiter reduzieren. Münster war top gegen uns eingestellt. Aber sie sind auch zu bezwingen. Wir wollen unbedingt uns dieses dritte Spiel am Samstag bei uns erkämpfen."

Korb-Geflüster

Leverkusen überzeugt

Im zweiten Halbfinal-Duell der Play-off-Serie der ProB hat Bayer Leverkusen klar mit 88:71 daheim gegen LOK Bernau gewonnen. 1400 Zuschauer sahen die Partie. Während die Leverkusener ein Aufstiegsrecht in die ProA wahrnehmen würden, wird Bernau wohl im Falle des Falles ablehnen. Bayer-Trainer Hansi Gnad freute sich: Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meines Teams. Wir haben über 40 Minuten hinweg konzentriert gespielt und sind souverän aufgetreten. Mit der intensiven Verteidigung, welche Bernau in der gesamten Spielzeit ausgezeichnet hat, sind wir super umgegangen. Dass 1400 Fans hier bei uns waren, ist für den Basketball in Leverkusen ein starkes Zeichen." LOK-Coach René Schilling sieht im zweiten Halbfinal-Duell noch Steigerungspotenzial bei seinem Team. "Wir haben heute nicht optimal gespielt."   Perfekte Tour Am Sonntagmorgen um fünf Uhr kehrten die Panthers zurück in die Doppelstadt. "Reise und Unterkunft in Münster waren perfekt. Die Menschen waren dort unglaublich freundlich", lobte Coach Alen Velcic. Seine Jungs sollten sich dann ausschlafen. Das gewöhnliche Training am Sonntagabend wurde deshalb gestrichen. Ab Montag bereiten sich Kosta Karamatskos und Co. nun intensiv auf das zweite Spiel am Samstag (20 Uhr) vor.

 Anreise am Karfreitag

Eigentlich wollten die Baskets Münster erst am Samstag zum zweiten Spiel nach Schwenningen reisen, doch die Mannschaft wünschte sich eine Anreise bereits am Karfreitag. "Wir haben auch bereits eine schöne Unterkunft in Villingen-Schwenningen gefunden", berichtet Baskets-Manager Helge Stuckenholz. Er zeigt sich begeistert vom ersten Halbfinal-Duell. "Die Stimmung war gigantisch. Wir hätte locker auch noch 3000 Karten mehr verkaufen können. Schwenningen ist für uns in dieser Saison der stärkste Gegner. Die Serie bleibt völlig offen. Nun freuen wir uns auf die Stimmung in der Deutenberghalle." Für das zweite Spiel gibt es nur noch wenige Restkarten.

 Dankbare Panthers

In der vergangenen Woche haben die Panthers fristgerecht ihre Lizenzanträge für die kommende Saison für die ProB –und auch für die ProA – bei der 2. Basketball Bundesliga gestellt. Nach einer ersten internen Besprechung geht der Trend bei den Panthers dahin, im Falle eines Aufstiegsrechts diese Option auch zu nutzen. Bis zum 7. Mai könnten die Schwenninger ihren Lizenzantrag für die ProA ohne eine Strafgebühr wieder zurückziehen. Sehr positiv haben die Panthers in der vergangenen Woche vernommen, wie sehr sie im Falle eines ProA-Aufstiegs Unterstützung seitens der Stadt Villingen-Schwenningen erfahren würden. "Diese Unterstützung ist nicht bei allen Aufsteigern der ProA in der Vergangenheit so der Fall gewesen", zeigt sich auch Panthers-Coach Alen Velcic begeistert. "Je mehr wir an Hilfe bei der Infrastruktur erhalten, umso mehr können wir finanziell auch unseren sportlichen Bereich stärken", macht es Alen Velcic deutlich.