Basketball

Top-Favoriten der ProA kommen aus dem Osten

von Michael Bundesmann

Am Wochenende startet die eingleisige ProA in die neue Saison. Von den 17 Mannschaften zählen die Experten gleich zwölf Teams zum Favoritenkreis auf den Titelgewinn.

Viele spannende Fragen

"Die deutsche ProA zähle ich nach der NBA in Nordamerika zu den zwölf, 13 stärksten Ligen in der Welt", blickt Panthers-Coach Alen Velcic voraus. Er ist sich sicher: Die 17 Mannschaften werden für ein sehr hohes Niveau sorgen. Und es gibt einige spannende Fragen? Können die beiden Erstliga-Absteiger Science City Jena und Bremerhaven gleich die großen Akzente in der Liga setzen? Werden die verstärkten Niners aus Chemnitz ihrer Rolle als einer der Top-Favoriten gerecht, schaffen sie im dritten Anlauf den Sprung in die deutsche Erstklassigkeit? Wie werden die umformierten Nürnberg Falcons auf ihren – aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnten Aufstieg in die Bundesliga – nun in der neuen Spielzeit reagieren? Und welche Mannschaften hängen im Kampf um den Klassenerhalt mit drin? Für jede Menge Spannung ist gesorgt.

Chemnitz ist Etat-König

Die Niners Chemnitz weisen mit drei Millionen Euro den höchsten Etat in der ProA auf. Dahinter folgt Jena (2,5). Zum Vergleich: Die Panthers haben mit gut 500 000 Euro den zweitniedrigsten Haushalt der Liga. Ex-Bundestrainer in Jena Mit der Rückkehr von Point-Guard Chris Carter – zuletzt beim Bundesligisten Vechta – ist Chemnitz ein Transfercoup gelungen.

In Jena behielt man trotz des Abstiegs aus dem Oberhaus die Bundesliga-Strukturen bei. Mit dem früheren Bundestrainer Frank Menz (zuletzt Braunschweig) herrscht dort wieder eine große Aufbruchstimmung.

Bundesliga-Absteiger Bremerhaven legt wohl nun eher ein Übergangsjahr in der ProA ein, um sich finanziell wieder zu stabilisieren.

Als einer der Geheimfavoriten zählt das Team der Academics Heidelberg, das in der übernächsten Saison eine für 5000 Zuschauer ausgelegte Arena einweihen wird.

Neuzugang in Tübingen

Die Tigers Tübingen haben mit Douglas Spradley einen neuen Coach – und auf den plötzlichen Abgang von Juan Davis reagiert. Neu kam Power Forward Justin Strings vom kanadischen Erstligisten Kitchener Waterloo Titans. Erstes Saisonziel der Universitätsstädter sind die Play-offs. Doch diese Saisonmarke haben auch Teams aus der breiten Mitte – wie Karlsruhe, Hagen, Rostock, Kichheim, oder die Artland Dragons – vor Augen. Beim Schwenningens Mitaufsteiger Leverkusen steht der "Klassenerhalt" oben auf der Wunschliste.

Info ProA

Das Teilnehmerfeld

Gewöhnlich spielte die ProA bisher mit 16 Mannschaften, aber in der Saison 2019/20 stieg die Zahl auf 17 Teams an. Der Grund: Die Nürnberg Falcons waren sportlich eigentlich für die Bundesliga qualifiziert, erhielten aber keine Lizenz und mussten in der ProA bleiben. Dies hat zur Folge, dass auch Spieltage unter der Woche eingebaut werden mussten.  

Auf- und Abstieg

Aus der Bundesliga werden im kommenden Frühjahr mindestens zwei Teams in die ProA absteigen. Ob es in der neuen Saison aus der ProA zwei oder drei Absteiger gibt, ist noch offen. Klar ist, dass die Liga mittelfristig wieder auf 16 Teams begrenzt werden soll. Die Zweite Basketball-Bundesliga wird diesbezüglich in den kommenden Wochen die Anzahl der Absteiger veröffentlichen. Im Gegenzug steigen die beiden ProA-Play-off-Finalisten – insofern die wirtschaftlichen Voraussetzungen passen – in die Bundesliga auf.  

Die Play-offs

Die ersten acht Mannschaften der Hauptrunde in der ProA spielen im Play-off-Modus Viertel-, Halbfinale und Endspiel aus. Die jeweiligen Serien werden im Modus "Best of Five" ausgespielt. Die Finalserie wird dann allerdings nur mit einem Hin- und Rückspiel im Mai 2020 ausgetragen.