Basketball

"Jede Stadt braucht ihre Helden"

von Michael Bundesmann

Eine erfolgreiche Aufstiegssaison der wiha Panthers Schwenningen in der ProB ist zu Ende. So langsam fällt die Intensität der vergangenen Monate bei Trainer Alen Velcic und seinem Team ab. Die erste Enttäuschung über das Halbfinal-Aus in Münster ist überwunden. Die Blicke gehen nach vorne.

Gemeinsames Essen

Zunächst saß die Enttäuschung bei den Panthers nach dem Halbfinal-Aus in Münster tief. Auf der langen Heimfahrt im Bus wurde kaum noch geredet. "Es hat ja für uns nicht viel gefehlt, um ins Endspiel zu kommen. Nur vier mehr verwandelte Freiwürfe und wir hätten gewonnen. Natürlich hätten wir gerne noch die Endspielserie gegen Leverkusen mitgenommen", so Panthers-Kapitän Kosta Karamatskos. Doch er ist sich auch sicher: "Die Enttäuschung wird bald überwunden sein, denn wir haben viel mehr in dieser Saison erreicht, als man es vorher erwarten durfte." Für ihn ist vor allem auch bemerkenswert, "wie wir als ein vor der Saison relativ zusammengewürfelter Haufen so positiv zusammengewachsen sind". Ein komisches Gefühl sei es gewesen, so berichtet Kosta Karamatskos weiter, "als ich am Montag – wie gewöhnlich am Abend – eigentlich wieder zum Training wollte, aber es war ja keines mehr", lächelt er.

Verantwortliche, Trainer und Mannschaft werden sich am Dienstagabend noch zu einem gemeinsamen Abschlussessen treffen, dann werden sich die Spieler in alle Himmelsrichtungen erst einmal verabschieden. Rasheed Moore und Anell Alexis zum Beispiel fliegen am Mittwoch über New York nach Hause zu ihren Familien.

Viele Gedanken

Auch Coach Alen Velcic möchte in den kommenden drei Wochen seinen Akku erst einmal herunterfahren. "Hinter uns liegt eine sehr intensive Saison, die allein schon durch den engen Terminplan und die vielen Auswärtsreisen sehr viel Kraft kostete. Wir warten nun die Entscheidung über unseren Lizenzantrag für die ProA ab und werden dann ab Ende Mai mit unseren Planungen durchstarten", blickt Alen Velcic voraus. Sollte die 2. Basketball Bundesliga grünes Licht für den Aufstieg in die ProA geben, werden in drei Wochen die Kaderplanung und die Gespräche mit den Sponsoren auf Hochtouren laufen.

Alen Velcic macht sich in diesen Tagen viele Gedanken. "Wenn man bedenkt, wo wir noch vor wenigen Jahren standen und wo wir jetzt sind, ist das alles unglaublich."

Der Coach sieht in seiner Mannschaft auch eine Vorbildfunktion für die Jugend in der Region, die gerne Basketballspielen möchte. "Bei unserem Jugend-Camp über Ostern hatten wir aus dem Stand rund 50 Anmeldungen. Dies zeigt mir, dass unsere Saison eine sehr positive Wirkung hatte." Ihm ist auch wichtig, dass seine Spieler Identifikationsfiguren für das wachsende Umfeld sind. "Jede Stadt braucht ihre Helden", macht er deutlich.

Darius Pakamanis hört auf

Bei seinen Gedanken über seinen zukünftigen Kader hält sich Alen Velcic noch sehr bedeckt. Fakt ist, dass der 37-jährige Darius Pakamanis seine Laufbahn beendet und zu seiner Familie nach Esslingen zurückzieht. Ein zweiter Spieler, dessen Name der Panthers-Coach noch nicht preisgeben möchte, wird ebenfalls aufhören. "Wir werden beide Spieler auf jeden Fall zum Beginn der Saison noch offiziell verabschieden." Bill Borekambi, Kosta Karamatskos und Leon Friederici wollen auf jeden Fall bleiben.

Eine spannende Frage ist, wie es für Schwenningens Top-Scorer Rasheed Moore in der Saison 2019/2020 weitergeht. Nach zwei erfolgreichen Runden bei den Panthers dürften dem 23-Jährigen inzwischen gute Angebote vorliegen. Der US-Boy möchte sich in den kommenden Wochen nun ganz in Ruhe Gedanken über seine sportliche Zukunft machen.

Neuer Sitzplan

Es ist momentan davon auszugehen, dass die 2. Basketball Bundesliga in Sachen Lizenzantrag der Panthers für die ProA grünes Licht gibt. Der einzige Problempunkt, der noch auftauchte, war die Hallenkapazität. Platz für mindestens 1500 Zuschauer ist in der ProA schließlich erforderlich.

Die Stadt Villingen-Schwenningen reichte deshalb dem Lizenzausschuss der 2. Basketball Bundesliga ein neues Bestuhlungskonzept nach, das ausweist, dass 1500 Zuschauer in der Deutenberghalle Spiele der ProA besuchen können. Der Lizenzantrag von Bayer Leverkusen hat hingegen offenbar gar keinen strittigen Punkt aufzuweisen.