Balingen

Typisierungsaktion: Knochenmarkspender für Jörg Kopetz gesucht

von Saskia Scherer und Wolf-Ulrich Schnurr

Balingen-Frommern - Die Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender ist für an Leukämie Erkrankte ein Wettlauf gegen die Zeit. Gestern fand in Frommern eine Typisierungsaktion statt, um dem Mitbürger Jörg Kopetz zu helfen.

Kopetz’ Tochter Milena Kopetz zeigte sich mit dem Interesse an der Aktion sehr zufrieden: Nach drei Stunden seien bereits um die 220 Personen da gewesen. "Auch Landrat Günther-Martin Pauli und fast alle Mitarbeiter der Stadtwerke waren da", freute sie sich.

Bei der Typisierung werden verschiedene Daten der Spender erfasst, etwa Alter, Gewicht, Größe und Adresse. Danach wird ihnen Blut entnommen. "Das ist einfach genauer als die Stäbchenprobe", so Kopetz. Nach der Überprüfung, ob Probe und Daten zusammenpassen, sind die Spender fertig. Das dauert ungefähr zehn Minuten pro Kandidat.

Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) stellte das medizinische Equipment. Noch am Sonntag gingen die Proben ins Labor.

Der Dank von Milena Kopetz galt besonders den Feuerhexen und anderen Helfern, die sich unter anderem um die Bewirtung kümmerten. Sie freute sich sehr über das große Engagement, ohne das die Aktion gar nicht möglich gewesen wäre.

Vor allem dankte sie jenen, die gekommen waren, sich typisieren zu lassen: "Sie helfen damit nicht nur meinem Vater, sondern auch anderen Patienten. Jeder, der hier war, kann eventuell ein Leben retten", sagt Kopetz.

Hanna Musen (26) aus Balingen findet: "Das ist eine gute Sache." Sie habe schon länger darüber nachgedacht, sich typisieren zu lassen und dies jetzt als Anlass genutzt. Von ihr hat auch Daniel Schneider (27), ebenfalls aus Balingen, davon erfahren. "Ich gehe regelmäßig Blut spenden", erzählt er. Er sehe das als Chance zu helfen.

Die schwere Krankheit von Jörg Kopetz beschäftigt auch seine Parteifreunde: Im Rahmen der Nominierungsversammlung der CDU für die Kommunalwahlen rief der Balinger Stadtverbandsvorsitzende Günther Seeger vergangene Woche dazu auf, die Typisierungsaktion der DKMS mit Spenden zu unterstützen.

"Jürgen Kopetz war immer da, wenn man ihn gebraucht hat", erinnerte Seeger. Jetzt sei es an der Zeit, dem Parteifreund zu helfen.