Balingen

Mit dem Geschell geht es einmal durch den ganzen Ort

von Schwarzwälder Bote

Balingen-Streichen. In Streichen wird wieder ein alter Brauch lebendig: der Pfingstbutz. Wie früher, so wird die Figur am Pfingstsamstag und am Pfingstssonntag gerichtet. Am Pfingstmontag treffen sich junge Männer in den frühen Morgenstunden, um das Geschell zu befestigen. Ganz oben wird die Amtsglocke des früheren Gemeindedieners angebracht, die später bei jedem Halt kräftig geläutet wird. Zudem werden Bändel an den Butz gebunden.

Dieser wird dann von jungen Männern durch die Straßen des Ortes getragen. Bei jedem Halt ruft einer der Jugendlichen den überlieferten Spruch: "Pfingstbutz bin ich genannt, Eier und Schmalz sind mir wohlbekannt, Weißmehl schlag ich auch nicht aus, meine Kameraden und ich backen Dötsche daraus." Mit Körben gehen die Jungen und Mädchen von Haus zu Haus und bitten um eine kleine Spende. Waren es früher Eier, Mehl und Schmalz zum Backen von Dötschen (Pfannkuchen), gibt es inzwischen mehr Geldspenden.

Figur entstand im 16. Jahrhundert

Um die Mittagszeit kommen die Jugendlichen mit dem Butz zum Wanderhock auf das Sportgelände, wo sich auch die Pfingstwanderer einfinden werden, die den Geschichtspfad Streichen bewältigt haben.

Der Pfingstbutz in Streichen ist vermutlich im 16. Jahrhundert zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs entstanden. Weil die Kinder in der damaligen Zeit oft an Hunger litten, sollten sie zumindest an Pfingsten etwas zu essen haben.

 Die Streichener Jugendlichen treffen sich am Samstag, 19. Mai, um 10 Uhr vor dem Rathaus zum Bau des Pfingstbutz’.