Balingen

Künftig Regionales Traumazentrum

von Schwarzwälder Bote

Zollernalbkreis. Nach externer Überprüfung ist nun das Zollern­alb Klinikum Balingen vom Lokalen Traumazentrum zum Regionalen Traumazentrum hochgestuft worden. Damit ist die zweithöchste Versorgungsstufe erreicht.

"Wir freuen uns über das erreichte Ziel", sagt der kommissarische Leiter der Zentralen Notaufnahme, Oliver Kinder: "2018 wurden mehr als 140 Schockraumpatienten am Standort Balingen behandelt. Das ist nur durch ein trainiertes Zusammenspiel von geschulten Pflegekräften und Ärzten der Fachabteilungen möglich."

Als Geschäftsführung lege man großen Wert darauf, dass Patienten im Zollernalb Kinikum wohnortnah auf hohem Niveau medizinisch versorgt werden können. Daher sei man froh darüber, dass im Rahmen der Zertifizierung der Nachweis erbracht werden konnte, das Zollern­alb Klinikum erfülle die Kriterien eines regionalen Traumazentrums. Dies bestärke die Mitarbeiter des Klinikums in ihrem Streben nach hoher Qualität.

In einem Traumazentrum kümmert sich ein Team aus Ärzten und Pflegekräften der Zentralen Notaufnahme, der Unfallchirurgie, der Anästhesie und der Radiologie gemeinsam um die schwer verletzten Patienten. Es wird zwischen lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren unterschieden.

Die in einem regionalen Traumanetzwerk zusammenarbeitenden Kliniken – überregionale, regionale und lokale Traumazentren – werden anhand von verschiedenen Ausstattungsmerkmalen ausgezeichnet. Neben der Struktur-, Ergebnis- und Prozessqualität in der Versorgung von Schwerverletzten in jeder einzelnen Klinik wird eine enge organisatorische und fachliche Kooperation der Kliniken in einem regionalen Traumanetzwerk gefordert. Die Behandlung erfolgt nach einem festgelegten Ablaufschema, um lebensbedrohliche Befunde frühzeitig erkennen und therapieren zu können.

Regelmäßige Schulungen und externe Fortbildungen der Mitarbeiter sollen dafür sorgen, dass die Abläufe ständig trainiert und die Schwerverletzten optimal versorgt werden.

Innerhalb des regionalen Traumanetzwerks arbeiten Kliniken mit unterschiedlichem Versorgungsniveau eng zusammen. Das Universitätsklinikum Tübingen und die BG-Unfallklinik Tübingen sind als Überregionales Traumazentrum die direkten Ansprechpartner für das Zollern­alb Klinikum, wenn Patienten nach der Erstversorgung eventuell weiter verlegt werden müssen. Dies trifft zum Beispiel für Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma zu.

"Sind innere Organe des Bauchraums oder Gefäße verletzt, werden die viszeralchirurgischen oder gefäßchirgurgischen Kollegen aus dem Zollernalb Klinikum Albstadt hinzugezogen", erklärt der Leitende Oberarzt der Unfallchirurgie, Daniel Baltisberger: "Also kommt der Arzt zum Patienten und nicht umgekehrt." Patientenverlegungen könnten so in den meisten Fällen vermieden werden.