Balingen

"Fridays for Future"-Demo nach Unterrichtsende

von Lisa Herfurth

Balingen - Vor der Europawahl am Sonntag gingen am Freitag, im Rahmen der Fridays-For-Future-Bewegung, deutschlandweit tausende Menschen für eine bessere Klimapolitik auf die Straße. Mindestens 218 deutsche Städte waren dabei, unter anderem auch Balingen.

Unter dem Motto „Europawahl ist Klimawahl“ versammelten sich Schüler, Studenten und Erwachsene am Freitagnachmittag in Balingen. Um 14 Uhr trafen sich die Teilnehmer am Bahnhof, um zusammen in die Innenstadt zu ziehen. Normalerweise finden die Demonstrationen immer vormittags statt, was in der Vergangenheit für viel Diskussionsstoff gesorgt hat. Jeremy Ude hat die Kundgebung organisiert: "Wir sind dieses Mal extra auf eine Uhrzeit nach dem Unterricht ausgewichen, damit uns nicht vorgeworfen werden kann, dass wir nur die Schule schwänzen wollen."

Etwa 160 Teilnehmer hat das Organisationsteam an diesem Freitag ausgezählt, etwas weniger als die letzten Male. "Bei den vergangen Veranstaltungen waren immer zwischen 200 und 250 Leute da", sagt Lara Hölzel aus dem Organisationsteam. Dennoch sei er mit der Teilnehmerzahl zufrieden, meint Ude. "Wir haben im Vorfeld auch zu wenig Werbung für die Veranstaltung gemacht", erklärt der 20-Jährige.

Die Botschaft auf der Kundgebung war klar: "Geht wählen für eine bessere Zukunft!" Aber schätzungsweise die Hälfte der Teilnehmer kann noch nicht an der Europawahl teilnehmen. Das weiß auch Jeremy Ude: "Man sollte bereits mit 16 Jahren an der Europawahl teilnehmen dürfen. Ich finde, in diesem Alter ist man sich den Konsequenzen seines Handelns durchaus bewusst."

Erstmals gab es in Balingen auch die "Die-in"-Aktion, bei der sich alle Teilnehmer leblos auf den Boden legten, um das Massentiersterben zu symbolisieren. Im Anschluss an die Kundgebung wurde gemeinsam der Müll in der Balinger Innenstadt aufgesammelt.

Die Veranstaltung am Freitag jedenfalls werde nicht die letzte im Kampf für den Klimaschutz sein, meint Ude. "Ich werde so lange bei Fridays For Future weitermachen, bis sich in der Politik etwas ändert. Ich möchte nicht zusehen, wie unsere Zukunft und die des Planeten zerstört wird", sagt der 20-Jährige.

Weitere Informationen

Podiumsdiskussion Balingen: Schritt zurück in die Zukunft.

Bewusster Konsum und ein solidarisches Miteinander, darum geht es in einem Vortrag vom Bund der Deutschen und Katholischen Jugend, der am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der Stadthalle in Balingen stattfindet. Zu den Gästen auf dem Podium zählen unter anderem Christian Felber, Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie, und Günther-Martin Pauli, Landrat des Zollernalbkreises. Der Eintritt ist frei.