Balingen

Erfolg mit "robustem Geschäftsmodell"

von Detlef Hauser

Zufriedenstellend. Solide. So schätzte der Vorstand der Volksbank Hohenzollern-Balingen bei der Vertreterversammlung das Geschäftsjahr 2018 ein. Mit "Zuversicht" sollen die Herausforderungen angegangen werden. Keine Aussagen wurden darüber gemacht, an wie vielen Standorten die Bank in Zukunft vertreten sein wird.

Balingen. "Das Geschäftsmodell der Volksbank Hohenzollern-Balingen hat sich als robust erwiesen", hielt Vorstandssprecher Arndt Ständer am Dienstag in der Stadthalle Balingen fest. So sei die Kredit-Nachfrage der Firmen- und Privatkunden stark gewesen. Es sei auch wieder viel gespart worden. Dies zeige, dass die Bank "ein attraktiver und verlässlicher Anlagepartner sei, hielt Ständer fest mit Blick auf die Schaubilder, die auch den Anstieg des Geschäftsvolumens und des Eigenkapitals verdeutlichten.

"Mit Zuversicht und Optimismus bewegen wir uns im neuen Jahr", hielt der Vorstandssprecher weiter fest. Es gebe aber viel zu tun, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Auf die Frage eines Vertreters aus Gammertingen, wie es mit den Filialen weitergehe, erläuterte Ständer, dass die Kunden einen Anspruch auf möglichst viele Standorte hätten. Dennoch würden diese hinsichtlich Frequenz und Nutzung ebenso überprüft wie die Inanspruchnahme der digitalen Angebote. So seien die Online-Transaktionen von 2017 auf 2018 um 12,4 Prozent angestiegen. Diese Tätigkeiten würden somit nicht mehr in den Filialen vorgenommen. An manchen Standorten werde es zudem immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen. In Melchingen, Owingen und Frommern sei dies der Fall gewesen.

Ständer geht davon aus, dass Zahlen frühesten im zweiten Halbjahr vorlägen. "Wir brauchen verlässliche Daten", bevor Entscheidungen getroffen würden. Es könnte sich "das eine oder andere ändern", stellte der Vorstandssprecher klar. Aber nicht, weil es gewollt sei, "sondern weil wir es müssen". Gehandelt werde aber mit Augenmaß, denn der Kontakt zum Kunden stünde im Mittelpunkt, die Qualität und Nachhaltigkeit der Beratungen seien ausschlaggebend.

Negativzinsen werde es im Privatkundengeschäft nicht geben, antwortete Ständer auf eine weitere Frage des Gammertinger Vertreters. Bei Firmenkunden sehe das anders aus; mit ihnen würden darüber Gespräche geführt.

Auch Vorstandsmitglied Joachim Calmbach zeigte sich zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr, und das bei "deutlich eintrübender Konjunktur". Das Niedrigzinsniveau, der Verdrängungswettbewerb, die zunehmenden Regulierungen und die Datenschutzgrundverordnung hätten die Arbeit nicht einfacher gemacht. Er erinnerte an die Einführung der Crowd­funding-Plattform und die Digitalisierungsoffensive. "Diese muss dem Geschäft, aber auch den Menschen dienen", so Calmbach. Er wies darauf hin, dass die Volksbank Hohenzollern-Balingen mit ihrer Tätigkeit Arbeitsplätze erhalte und schaffe und auch ein "wesentlicher" Ausbildungsbetrieb sei.

Es gibt keine Rezession, die Kapitalmärkte brechen nicht ein – dies prognostizierte Calmbach für das laufende Geschäftsjahr. Er empfahl, in Aktien zu investieren oder diese zu halten, wenn man eine Rendite haben möchte. Denn beim Festgeld "frisst die Inflation die Zinserträge auf".

Oberbürgermeister Helmut Reitemann bezeichnete die Volksbank als eine "stabile Säule des Bankenwesens im Kreis und in der Region". Mit rund 250 Mitarbeitern sei sie auch einer der großen Arbeitgeber. Er hob zudem hervor, dass 21 Jugendliche ausgebildet würden.

Die Vertreter stellten schließlich nicht nur den Jahresabschluss 2018 fest und stimmten für die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses. Sie wählten außerdem den bisherigen Vorsitzenden Hans-Jörg Schwab, Christoph Heneka, Werner Leipert und Matthias Ertl wieder in den Aufsichtsrat.

 Bilanzsumme: 1,26 Milliarden Euro (+ 3,6 Prozent gegenüber 2017)

 Gesamtkundenvolumen: 2,49 Milliarden Euro (+3,5 Prozent)

 Kundeneinlagen: 995 Millionen Euro (+ 3,9 Prozent)

 Eigenkapital: 81 Millionen Euro (+ 1,3 Prozent)

 Jahresüberschuss: 2,048 Millionen Euro (+ 0,7 Prozent)

 Dividende: 3,5 Prozent

 Ausschüttzung Dividende:

774 000 Euro

 Zuweisung gesetzliche Rücklage: 635 000 Euro

 Zuweisung an andere Ergebnisrücklagen: 635 000 Euro