Balingen

E.G.O.-Gelände: Druck auf Investor wächst

von Detlef Hauser

Balingen-Engstlatt - Vor rund einem Jahr stellte Nick Trewin mit seinem Architekten seine Pläne für das ehemalige E.G.O.-Gelände in der Engstlatter Meisterstraße vor. Unter anderem war von einem neuen Quartier die Rede. Doch daraus ist bisher noch nichts geworden.

Bei der Präsentation im Ortschaftsrat war unter anderem die Rede von etwa 15 Bauplätzen für ein- oder mehrgeschossige Gebäude. Das große Industriegebäude sollte aufgrund der guten Bausubstanz auf jeden Fall stehen bleiben und ebenfalls für Wohnzwecke umgenutzt werden. Und schließlich wollte der Architekt Elemente des Ortskerns wie Gassen und kleine Plätze aufnehmen sowie den Baumbestand erhalten.

Schon in der damaligen Sitzung im vergangenen Januar machte ein Mitarbeiter des Stadtplanungsamts deutlich, dass Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne ein Bebauungsplan sei. Doch daran hakt es, wie die stellvertretende Leiterin des Stadtplanungsamts, Sabine Stengel, erklärt. Es fehlten genaue Angaben. So sei nicht klar, wie viele Bauplätze zur Verfügung gestellt werden sollen, was sich auf die Erschließung auswirke. Es gebe auch noch keine Entscheidung darüber, welche der Gewerbegebäude stehen bleiben oder abgerissen werden sollen, und keine Antworten zu den Fragen, was überhaupt realisiert und was gebaut werden soll.

Laut Stengel ist die Stadt sehr daran interessiert, dass im Engstlatter Ortskern etwas geschieht. Mit dem Vorhaben könnte das dortige "Gemenge" aufgelöst und Bauplätze in einer attraktiven Lage angeboten werden. Daher sei auch die Möglichkeit zur Sprache gekommen, dass die Stadt aktiv werde und das Gelände aufkauft. Doch so weit sei es noch nicht, zumal die Stadt solche Vorhaben gerne Investoren überlasse. "Es ist aber ein großes Projekt", gibt Stengel zu bedenken, weshalb bald klar sein müsse, wohin es gehe. "Eine Absicht, das Vorhaben umzusetzen, muss erkennbar sein", so ihre Forderung.

"Wir sind dran", sagt dazu Nick Trewin und meint die Ausarbeitung klarer Kriterien für den Bebauungsplan. Er habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, das Gelände an die Stadt zu verkaufen, doch sei er mangels Angebot davon abgekommen. Wohnen für Alt und Jung, das große Gebäude zu Wohnungen umbauen, die Bauplätze verkaufen – in diese Richtung soll es gehen, damit die "ewige Geschichte" bald zum Abschluss kommt, so der Bisinger.

Darauf hofft auch Ortsvorsteher Klaus Jetter. Engstlatt könne derzeit keine Bauplätze mehr anbieten, obwohl die Nachfrage groß sei.

Ein neues Baugebiet entstehe wohl erst 2018 mit der geplanten Erweiterung von Bohl/Hertenwasen. Daher würde er sich darüber freuen, wenn bereits vorher Bauplätze auf den Markt kämen, und zwar in der Ortsmitte in der Meisterstraße.