Balingen

Die Mitarbeiter wollen Anlaufstelle und Ansprechpartner sein

von Silke Thiercy

Balingen. Come together – die Evangelische Gesamtkirche hatte für Freitag zu Andacht und Infos eingeladen, um nach Fusion und Umstrukturierung den Startschuss für ein neues Miteinander von Stadtkirche und dem Bezirk Ost zu geben.

"Wir sind zu allen Schandtaten bereit, so lange sie zum guten Gelingen beitragen", sagte Kirchengemeinderätin Beate Thumm zur Frage, was denn für das Zusammenwachsen auf der Agenda stehe. Noch wenig, wie Pfarrerin Birgit Wurster gestand.

Aber: Genau dazu war der Abend im Johann-Tobias-Beck-Haus gedacht: um sich zu treffen, kennenzulernen und Ideen zu sammeln. Gut 50 Interessierte waren gekommen.

In der Andacht ging es um die Grafik eines weißen Kreuzes, dessen Umriss von unzähligen Menschen gebildet wird. Dekan Beatus Widmann sah darin auch ein Symbol für einen geerdeten Menschen, der mit ausgebreiteten Armen fest geerdet ist.

Für Widmann war der Abend "ein neues Format; so eine Fusion kommt ja selten vor". Pfarrerin Wurster sagte: "Menschen machen eine Gemeinde sichtbar und erlebbar. Aber dafür braucht es viele." Sie und ihre Mitarbeiter möchten künftig Anlaufstelle für alle Evangelischen sein und Ansprechpartner. Was wohl Zeit brauche, denn mit der "Zwangsheirat" seien viele Fragen offen geblieben. Zum Beispiel, wie weit denn nun welcher Bezirk reiche. Wurster weiß es: die Haushalte unterhalb der Lisztstraße bis Haus Nummer 37 zählen zur Stadtkirche, alle Straßen oberhalb ab Haus Nummer 44 gehören zu Heselwangen.

Ganz neu ist die Umstrukturierung nicht. Schon länger wurden bei Beerdigungen oder dem Konfirmationsunterricht die neuen Einteilungen vorgenommen. Ein langsames Hineinwachsen also, das aber auch schon gut funktioniere.

Die neu zur Stadtkirchengemeinde hinzugekommenen Mitglieder engagierten sich bereits seit längerem in der Kantorei, beim Mittagstisch, bei den Besuchsdiensten. Der Wunsch: dass sich auch die "Neuen" für den Kirchengemeinderat kandidieren.

Ein Vorschlag aus dem Gremium war, die bestehenden Veranstaltungen wie das Sommerfest beim Beck-Haus oder das Basteln der Palmen für den Konfi3-Gottesdienst weiterhin anzubieten: "So lange das Beck-Haus nicht verkauft ist, sollten wir die Örtlichkeiten mischen." Und eine ältere Frau wies auf die schlechte Akustik in der Stadtkirche hin: "Ich verstehe höchstens ein Drittel der Predigt, da ist mein Sonntag gelaufen." Brigitte Wurster wusste aber Abhilfe: Man habe spezielle Kopfhörer angeschafft, die man beim Mesner ausleihen könne.