Balingen

B 27: Zu Stoßzeiten geht’s schleppend

von Von Gert Ungureanu

Neue Mittelleitplanken werden entlang der vierspurigen Bundesstraße 27 eingebaut. Das Ziel: mehr Verkehrssicherheit und weniger schwere Unfälle. Die Nebenwirkungen: lange Staus zu Stoßzeiten.

Zollernalbkreis. Was ist los? Seit knapp zwei Monaten ist die Hauptverkehrsader des Zollernalbkreises streckenweise nur einspurig befahrbar. Neue Mittelleitplanken werden eingebaut. "Wozu denn das?", fragt sich manch ein Berufspendler, der morgens und mittags regelmäßig im zähflüssigen Verkehr feststeckt. Die alten Leitplanken seien schließlich noch in Ordnung gewesen. Wozu dann so viel Geld verpulvern?

Die Antwort ist ganz einfach: Es geht um Verkehrssicherheit. Die neuen "Rückhaltesysteme" müssen, so heißt es nach einer Vorgabe der EU, selbst 13 Tonnen schwere Lastwagen aufhalten können. Deshalb werde auf Autobahnen und mehrspurigen Bundesstraßen im Land jetzt kräftig Stahl verbaut, auf gut 1000 Kilometern Straße. Und zahlen tut’s der Bund.

Die neuen Mittelleitplanken sind nach Angaben der Verkehrsbehörde höher, stabiler und sollen die Zahl der Unfälle verringern. Schwere Fahrzeuge sollen die neuen Planken nicht mehr durchbrechen können, sondern daran abprallen. Laut ADAC sind die neuen Leitplanken "mögliche Lebensretter".

Der einzige Unterschied zum alten System ist der mittlere Teil der Leitplanke: Der hält nämlich mehr aus. Das führt auch dazu, dass die Schutzplanken nach einem Unfall meist nicht repariert werden müssen und daher im Unterhalt langfristig günstiger sind. Der Bau allerdings ist um einiges teurer – rund 15 000 Euro kostet ein Kilometer der neuen Mittelleitplanken im Schnitt.

Wie in ganz Deutschland entlang von Autobahnen und Bundesstraßen werden die neuen Teile auch an der B 27 eingebaut. Die Schutzplankenumrüstung erfolgt laut Landratsamt in mehreren Etappen. Im jeweiligen Bauabschnitt der B 27 müsse in beiden Fahrtrichtungen der linke Fahrstreifen für den Verkehr gesperrt werden – derzeit laufen die Arbeiten auf der Bundesstraße 27 zwischen Bisingen und Balingen-Nord. Erledigt sein sollen sie bis Ende nächster Woche – dann kann der Verkehr also wieder wie gewohnt und ohne Behinderung rollen.

Die vielen Autofahrer, die täglich auf der B 27 unterwegs sind, nehmen mittlerweile Ausweichstrecken – etwa die Ortsdurchfahrt Engstlatt. Aber auch dort ist das Durchkommen zu den Hauptverkehrszeiten mitunter recht mühsam.