Bad Wildbad

Restliche Fenster werden jetzt gestrichen

von Hans Schabert

"Mit den Arbeiten an dieser Seite wird die Renovierung der Fenster am Palais Thermal abgeschlossen", erläutert Bad Wildbads Bäderchef Frank Rieg auf die Frage, welchem Zweck das gegenwärtig an der Südwand des historischen Bauwerks aufgestellte Gerüst dient.

Bad Wildbad. Vor zwei Jahren war die lange Fassade an der Reihe – und auch die Nordseite ist überholt. Die Kosten für den Abschluss im südlichen Bereich beziffert Rieg auf 18 000 Euro. Über zwei Jahrzehnte hat alles gehalten. Das Glas hat keine Schäden. Aber inzwischen blättert da und dort die Farbe ab. Damit dies den Fenstern nicht schadet, muss der Maler ran. Die nötigen Vorarbeiten hat der Gerüstbauer geleistet.

Auch im Innern des Palais Thermal sind – wie jedes Jahr – kleinere Reparatur- und Sanierungsarbeiten vorgesehen. Deshalb ist Bad Wildbads großer Badetempel vom 24. bis 28. Juni komplett geschlossen. Vom 29. Juni bis 5. Juli können zwar der Saunabereich und das neue Bad wieder genutzt werden, aber in der "historischen Abteilung" sind die Arbeiten so umfangreich, dass diese länger zubleiben muss. Errichtet wurde das Bad unter dem genialen Baumeister Nikolaus von Thouret zwischen 1840 und 1847.

Außergewöhnliches Bad

Seither hat es eine ganze Reihe Umbauten und Renovierungsarbeiten gegeben. Die ursprüngliche Gestaltung kann im kleinen Bademuseum neben den Thermalbecken teils nachvollzogen werden. Die letzte ganz große Renovierung und Verbindung mit dem Neuen Eberhardsbad wurde nach fünf Jahren 1995 abgeschlossen. "Ein orientalischer Traum" könne jetzt in einem außergewöhnlichen Freizeitbad den Bade- und Saunafreunden geboten werden, berichteten damals die Medien. Gekostet hat dieser Traum das Land seinerzeit stattliche 33 Millionen Mark. Gar 53 Millionen Mark mussten für das Neue Eberhardsbad aufgebracht werden, das im Jahr 1977 terrassenartig in den Fels gestellt wurde, aus dem die Thermalquellen sprudeln. Allein fünf Millionen davon flossen damals in die Erd- und Hangsicherungsarbeiten. Begonnen hatten die eigentlichen Erschließungsmaßnahmen 1970, nachdem zuvor im Jahr 1968 das als Rheumakrankenhaus genutzte Katharinenstift abgebrochen worden war.

Genutzt an dem Neubau sind derzeit für Kur- und Badezwecke nur die mit dem Palais Thermal verbundenen Einrichtungen. Ein Teil dient als Lager fürs Landesmuseum. Viel steht leer, seit nach den Gesundheitsreformen die Patienten ausblieben. Angedacht ist auf Anregung von Bürgermeister Klaus Mack eine Verlegung der Vital Therme in diesen Bereich, was aber wohl als langfristige Vision anzusehen ist.

Wo sich heute die als Ruhe- und Gastronomiebereich genutzte maurische Halle erhebt, bestand in früheren Zeiten ein Innenhof. Die Überdachung und Ausgestaltung geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Für Fürstenbäder war eine solche Ausformung damals der Stil der Zeit; da wollte der württembergische König natürlich nicht zurückstehen. Die Räume strahlen in Verbindung mit den eingebrachten Jugendstilelementen eine ganz besondere Atmosphäre aus.