Bad Wildbad

Max Trunsch lässt beim Sponsorentreff keine Frage offen

von Hans Schabert

Bad Wildbad. "Falls es noch Fragen gibt, können Sie die gerne stellen", bot der 13-jährige Max Trunsch im Jugendhaus von Bad Wildbad an. Er stellte dort beim Sponsorentreff den zwei Dutzend Besuchern seinen aus Kunststoff, Metall und kleinen Motoren gefertigten, elektronisch gesteuerten Skorpion vor, der ihm 2019 den dritten Rang bei "Jugend forscht" im Regionalwettbewerb Nordschwarzwald einbrachte (wir berichteten).

Fragen prasselten auf den jungen Forscher nicht ein. Für in der Technik firme Zuhörer hatte er wohl alles über die erläuterte Herstellungstechnik und auf die Leinwand geworfenen Programmierwege schlüssig erklärt. Nichttechnikern war ein Eintritt in Fachfragen wohl mangels der tief gehenden Erläuterungen des jungen Forschers verwehrt.

Ein offenes Fenster war es, das die Schwestern Veronica (17) und Victoria Schübilla (15) zu ihrem Projekt "Das elektronische Haus" führte, mit dem sie 2018 mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurden. Auf dem Heimweg von der Schule sahen sie bei einsetzendem Regen ein Fenster offen stehen, das sie zu schließen vergessen hatten. Dies war der Anstoß zu überlegen, wie das Haus automatisiert werden könnte. Dem Puppenstuben-Alter entwachsen diente das ehemalige Spielhaus als Experimentierfeld und Modell.

Solarzellen auf dem Dach

Im Wechsel erklärten die beiden Mädchen dem versammelten Publikum am Objekt wie der Feuchtigkeits- und der Temperatur-Sensor funktionieren oder der Ventilator in Betrieb gesetzt wird. Bewegungsmelder steuern die Außenbeleuchtung, Temperatur- und Helligkeitssensoren die elektrischen Geräte. Solarzellen auf dem Dach dienen der Stromerzeugung. Im Innern ist ein Bildschirm integriert, der über eine Fernbedienung gesteuert den Gegenwartsstand der Technik anzeigt.

"Alle Arbeiten, die Mechanik bauen, Teile zusammenlöten und die Software schreiben haben wir im Jugendhaus Bad Wildbad durchgeführt", hält ihr 16-seitiges Begleitheft fest. Ihr Ziel ist, jetzt noch alles über das Handy steuerbar zu machen. "Das wäre zu Hause nicht möglich gewesen", stellte Vater Schübilla nach dem perfekten Vortrag seiner Töchter fest. Dass es im Jugendhaus möglich ist, dafür sorgen vor allem Gerhard Seeger, Peter Klein und Hans Schrafft.

Die drei Männer kümmern sich ehrenamtlich am Mittwoch- und Freitagnachmittag um die jungen Forscher, die ins Jugendhaus kommen. Vor sieben Jahren hat der damals frisch pensionierte Gerhard Seeger "mit Eifer und eifrigen Jugendlichen" die Erfinderwerkstatt ins Leben gerufen, wie zur Eröffnung der Veranstaltung Jugendhaus-Fördervereinschef Henning Saß erläuterte. Umfangreiche Arbeit hätten zu herausragenden Ergebnissen in dem spannenden Wettbewerb geführt. Den Jugendlichen selber brächte dies außergewöhnliche und prägende Erfahrungen.

Ale "Aushängeschild der Stadt" bezeichnete Bürgermeister-Stellvertreterin Ursula Jahn-Zöhrens die Preisträger. Sie überbrachte Grüße von Bürgermeister Klaus Mack und den Dank der Stadtverwaltung besonders an die ehrenamtlichen Initiatoren. Erfreulich sei das Interesse der Sponsoren, für deren Betriebe sie eine Win-win-Situation "durch heranwachsende Tüftler und Gründer" sehe. "Ich wollte mich als Rentner nützlich machen", erklärte bescheiden Seeger, der inzwischen das neunte "Jugend forscht"-Projekt begleitet.