Bad Wildbad

Hängebrücke "Wild Line": Mehr als die Hälfte ist montiert

von Hans Schabert

Bad Wildbad - "Inzwischen sind wir zehn Elemente über der Mitte", geben die Bauarbeiter, die auf dem Sommerberg an der Hängebrücke Wild Line arbeiten, bereitwillig und freundlich Auskunft. Ein Element ist 3,50 Meter lang.

Im Klartext bedeutet dies somit, dass von den 380 Metern Gesamtlänge beim Besuch des Schwarzwälder Boten auf der Baustelle am Freitagmittag 225 geschafft waren.

Die Arbeiter zweifeln nicht daran, dass sie bis Pfingsten so weit sind, dass Wildbads neue Sehenswürdigkeit plangemäß für die Besucher freigegeben werden kann. Sie werden dann am höchsten Punkt 60 Meter in die Tiefe der Bärenklinge blicken. Die offizielle Einweihung ist – voraussichtlich mit Tourismusminister Guido Wolf und eventuell mit EU-Kommissar Günther Oettinger – allerdings erst im Juli geplant.

Von Nord nach Süd erfolgt der Aufbau. Mit einem breiten Transport- und Montagekorb werden vom Lager am Südende die Brückenteile nach oben und zu dem Platz gefahren, wo sie verbaut werden. Die Tragkonstruktion der Brücke dient dabei bis zum jeweiligen fertigen Ende als Seilbahn. Wer vom Norden auf das bestehende Teilstück schaut, erkennt deutlich, dass die Hängebrücke bis zur Mitte ansteigt. Dennoch wird sie ihrem Namen gerecht. Sie hängt zwar nicht durch, aber durchgängig an den Trageseilen. Die Konstruktion zieht die Gehfläche zur Mitte hin nach oben, sodass am Einstieg das andere Ende nicht sichtbar ist.

Märchenweg wieder komplett freigegeben

Wieder ganz freigegeben ist der Märchenweg, der zeitweise im Bereich des Heermannswegs wegen der Arbeiten gesperrt werden musste. Von einigen Stellen aus ist von diesem die Brückenkonstruktion zu sehen. Selbst die Arbeiten können von einigen Plätzen gefahrlos verfolgt werden. Fertiggestellt ist bei der Pylone Nord die Bodenplatte des Kassen- und Technikgebäudes. An dessen weiterem Aufbau wird gearbeitet.

Die österreichischen Bauteams bestehen aus harten Gesellen. Bei tiefen Minustemperaturen, Regen oder Schneetreiben kamen sie ihrer Arbeit selbst am Wochenende, teils in schwindelnder Höhe, genauso nach, wie unter der warmen Frühjahrssonne. Begegneten sie bei Schmuddelwetter entlang ihres für die Arbeit benötigten Fahrwegs Wanderern oder Spaziergängern, drosselten sie rücksichtsvoll die Geschwindigkeit.