Bad Wildbad

Eine Herzensangelegenheit: Lieblingsstücke des Orchesters

von Bernd Helbig

Bad Wildbad. Gleich an zwei aufeinanderfolgenden Abenden präsentierten sich Stadt- und Jugendkapelle des Musikvereins Bad Wildbad am vergangenen Wochenende beim Jahreskonzert in der Trinkhalle mit einem ebenso anspruchsvollen wie unterhaltsamen Konzertprogramm. Der Vorsitzende Peter Olles begrüßte die Gäste und verwies auf das Motto des Konzerts "Music was My First Love", in Anspielung auf die Pop-Ballade von John Miles. Nicht erst in der Popmusik wurde Liebe und Leidenschaft Thema, schon in der griechischen Mythologie habe Orpheus mit der Magie der Musik den Tod bezwungen. Unter Leitung von Musikdirektor Martin Koch eröffnete die Jugendkapelle den Abend mit der "Black Forest Overture".

Die sinfonische Programmmusik des amerikanischen Komponisten Michael Sweeney begann mit der verzauberten Morgenstimmung in einem Schwarzwaldtal. Vom gleichen Komponisten stammte ein Arrangement mit Melodien aus "Das Phantom der Oper" von Andrew Lloyd Webber. Mit "The Twist" von Hank Ballard beendete das Jugendorchester seinen Auftritt, der mit viel Beifall belohnt wurde. Dafür bekamen die Besucher auch noch eine Zugabe.

Auf der Bühne wurde es nun eng, denn die sechzig Musiker der Stadtkapelle, alle in feierlichem Schwarz, nahmen ihre Plätze ein. Koch hob den Taktstock zum ersten Stück. Mit Paukenwirbeln begann die temperamentvolle und impulsive Komposition "Flashing Winds" des belgischen Komponisten Jan van der Roost.

Nach dem wilden Tongemälde der Naturgewalten, bei dem die Musiker alle Register zogen, nahmen die Musiker ihre Gäste mit auf eine abenteuerliche Zugreise durch Oregon. Die Fahrt führte durch wechselnde Landschaften, vorbei an ländlichen Festen und ruhigen Seen. Der belgische Komponist Jacob de Haan hat das Stück "Oregon" komponiert, bei dem sich ruhige und melodische Themen mit Rock- sowie Westernrhythmen abwechseln.

Rundum gelungen

Durch das Programm führte Vanessa Podak. Sie verriet, dass die Musikstücke allesamt Lieblingsstücke des Orchesters seien – sozusagen eine Herzensangelegenheit. So auch die Filmmusik aus "Braveheart" von James Horner, die bestens ankam, ebenso wie die Filmmusik aus "Die Tribute von Panem" von James Newton Howard, arrangiert von Koch selbst. Dabei gab es auch noch eine Gesangseinlage der Musiker. Nächster Höhepunkt und gleichzeitig Signal zur Pause, war das Märchen "The Beauty and the Beast" mit der Musik aus dem gleichnamigen Disneyfilm.

Als Solisten waren Marco Oberle, Trompete, Stefan Schlecht, Flügelhorn und Markus Bott, Posaune zu hören. Mit dem prachtvollen "Florentinermarsch" einem Paradestück von Julius Fucìk, und der ebenso melodischen wie schwungvollen Polka "Von Freund zu Freund", von Martin Scharnagel, begeisterten Orchester und die Solisten Chris Rothfuß Tenorhorn sowie Stefan Schlecht Flügelhorn ihre Gäste.

"Songs from the States", ein Medley mit amerikanischen Pop- und Folksongs von Nina Keck sowie Musik aus dem Film "Children of Sanchez", mit Marco Oberle, und Stefan Schlecht kamen gut an, ebenso wie der Namensgeber des Jahreskonzerts, "Music" von John Miles. Die Zuhörer erlebten ein rundum gelungenes Konzert, für das sie sich mit tosendem Applaus bedankten.