Bad Wildbad

Das normale Leben in einer deutschen Familie

von Götz Bechtle

Seit den 1970er-Jahren gibt es Partnerschaften zwischen deutschen Städten und Bundesländern mit spanischen Städten und Provinzen – und damit auch Schüleraustausch. Jetzt waren wieder spanische Austauschschüler zu Gast in Bad Wildbad.

Bad Wildbad. Zwar hat Bad Wildbad keine direkte Partnerschaft mit einer spanischen Stadt, jedoch besteht seit 2004 – so Oberstudienrat Thomas Powalka vom Enztalgymnasium (ETG) Bad Wildbad – ein Schüleraustausch mit einer spanischen Schule. Während es anfangs ein Schüleraustausch mit einer deutschlernenden Klasse in Spanien war, hat sich dies geändert, da Deutsch als Fremdsprache an manchen spanischen Schulen zwar gewählt werden kann, jedoch entscheiden sich die meisten Schüler für Französisch oder Englisch. Trotzdem findet weiterhin regelmäßig ein Schüleraustausch statt.

Diesen Schüleraustausch gibt es zwischen der Gesamtschule in Cehegin, einer westlich von Murcia gelegenen Stadt mit etwa 15 000 Einwohnern und den Klassen 9 und 10 des ETG. Während die Schüler des ETG bereits vom 30. April bis 7. Mai in Cehegin weilten, erwiderten nun die spanischen Schüler den Gegenbesuch.

Begleitet wurden sie von den spanischen Lehrkräften José Maria López Rodriguez und Maria Dolores Durán Jiménez und in Bad Wildbad betreut von Oberstudienrat Thomas Powalka, der am ETG Spanisch und Sport unterrichtet.

Empfang im Rathaus

Was bietet man spanischen Schülern im Alter von 15 bis 17 Jahren in einer Woche Bad Wildbad an? Natürlich das ganz normale Leben in einer deutschen Familie. Schließlich war ja am Wochenende kein Unterricht, so konnten sich die Familien auf ihren Besuch einstellen und spezielle Dinge anbieten, die recht unterschiedlich waren. Dann besuchten die Spanier selbstverständlich den regulären Unterricht in den altersentsprechenden Klasse am ETG. Außerdem war ein bisschen Baden-Württemberg fällig. So waren die deutschen und spanischen Austauschschüler in Rappenwörth am Rhein, um dort an einem Altrheinarm in einem "Mini-Kajak/Kanu-Kurs" das Handling mit den kleinen Booten zu üben und dort Kanu zu fahren. Außerdem schloss sich ein Picknick mit Grillen an. Ein weiterer Höhepunkt für die spanischen Schüler war der Bodensee, wo man den Affenberg bei Salem besuchte, das Pfahlbautenmuseum bei Unteruhldingen bestaunte und schließlich mit dem Schiff nach Überlingen fuhr, wo man dann freie Zeit hatte.

Am letzten Tag trafen sich die Spanier und ihre deutschen Partner zu einem Empfang durch die Stadt im Sitzungssaal des Rathauses, wo Bürgermeisterstellvertreter Jochen Borg die spanischen Gäste begrüßte und ihnen den neuesten Wildbad-Werbefilm zeigte, der allerdings ausschließlich touristisch orientiert ist. Anschließend ging es mit der Bergbahn auf den Sommerberg, um über den Baumwipfelpfad den 40 Meter hohen Turm zu besteigen. Hier konnten die Mutigen in wenigen Sekunden auf der Rutsche wieder den Erdboden erreichen.

Am Dienstag hieß es dann "Adios Amigos", da die Spanier per Bus zum Flughafen Baden Airport fuhren, um von dort ihren Heimflug anzutreten.