Bad Wildbad

"Das ist ein Hobby mit Kulturgut"

von Von Julian Dörr

Bad Wildbad stand am vergangenen Wochenende im Zeichen der Black Forest Classic (BFC). 70 Fahrer kämpften um den Sieg. Von Freitag bis Sonntag traten die 70 Piloten und ihre Copiloten in zwei Klassen gegenein­ander an.

Bad Wildbad. Ein Rundkurs durch die Bad Wildbader Innenstadt stellte das Können aller auf die Probe. Dazu gab es Ausfahrten in die Umgebung. In beiden Klassen ging es heiß her. In der Klasse Sport hatten es die Teilnehmer allerdings ein bisschen schwerer. Behaupteten jedenfalls Till und Michael Zupanic, die hier mit einem Porsche 911 antraten. Die große Schwierigkeit lag in der Nachtetappe. "Nachts muss man sich doch etwas mehr konzentrieren", so die beiden Brüder.

Pech gehabt

Das teuerste Auto hatte auch das meiste Pech. Georg Weidmann und Wayne Ranson blieben mit ihrem Bentley Open Tourer stecken. Den Zeitplan brachte das zwar ins Wanken. Die Stimmung nicht. "Hier geht es nicht um den Sieg, wir haben einfach Spaß", meinte Weidmann, der viel Erfahrung im Rallyesport hat. Als Team funktionierten die beiden trotz der Panne hervorragend. Auf die Frage, wer die schwerere Aufgabe hat, zeigten Weidmann und Ranson auf den jeweils anderen und lachten. Leicht haben es jedenfalls beide nicht. Der Wendekreis des spektakulären Bentleys beträgt 18 Meter. Nächsten Monat wird bei der Silvretta Classic Rallye Montafon angetreten.

Komplexe Aufgaben

Ein ausgefallenes Auto war der VW T1, gefahren von Timo Schenk und Madeleine Falk. "Wir sind vielleicht ein bisschen schwerfälliger als andere, aber bergab holen wir auf, und in der Stadt geben wir Gas", meinten diese Teilnehmer.

Den einzigen Youngtimer präsentierten Marc Remo Kündig und Curt Bloss. Sie traten mit einem BMW E30 Cabrio an. Bloss erklärte: "Die Aufgaben sind sehr komplex. Das hat nichts mit Rasen oder Vollgas geben zu tun. Es gibt viele Regeln. Das ist ein Hobby mit Kulturgut und kein Rüpelrennen" so Kündig.

Darin unterscheidet sich die BFC von vielen Rennveranstaltungen. Sie ist keine Rallye im klassischen Sinn. Es geht nicht um Geschwindigkeit. Gleichmäßiges Fahren und Ausdauer sind wichtig. Veranstalter Klaus Prestel betonte, dass ein Bleifuß keine Hilfe sei.

Die Strecke musste in einem vorher festgelegten Zeitraum absolviert werden. Nicht langsamer, aber auch nicht schneller. Auf der Strecke wurde die Geschwindigkeit durch Lichtschranken gemessen. Über- oder unterschritten diese einen gewissen Wert, erhielten die Betroffenen Strafpunkte. "Sicherheit ist uns sehr wichtig", so Prestel.