Bad Wildbad

Calmbach: Geduldsprobe am Bahnübergang

von Bernd Mutschler

Bad Wildbad-Calmbach - Schon länger sorgt der Bahnübergang an der Richard-Wagner-Straße in Calmbach für Probleme und lange Wartezeiten. Bis zu neun Minuten stehen Autofahrer im schlimmsten Fall an der geschlossenen Schranke. Nun soll der Bahnübergang optimiert werden.

In der Vergangenheit hätten die Stadtverwaltung wiederholt Beschwerden über die sehr langen Schließzeiten des Bahnübergangs im Bereich Richard-Wagner-Straße und den damit verbundenen Rückstauungen durch Kraftfahrzeuge auf die L 351 erreicht, heißt es in der Sitzungsvorlage zur jüngsten Sitzung des Bad Wildbader Bau- und Umweltausschusses. Hierdurch komme es regelmäßig zur Staubildung in Fahrtrichtung Bad Wildbad, wodurch die Weiterfahrt erheblich erschwert werde.

Der Grund für die langen Wartezeiten sind laut Auskunft der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) die beiden Bedarfshaltestellen Bad Wildbad Nord und Calmbach Süd. Wenn an beiden Haltestellen Passagiere aus- oder einsteigen, kann es zu Schließzeiten von bis zu neun Minuten kommen. Mit einer Umrüstung sollen diese Schließzeiten nun reduziert werden. Dazu soll unter anderem der Radsensor, der die Schließzeit auslöst, an das Ende des Haltepunktes Bad Wildbad Nord verlegt werden. So soll dieser Haltepunkt aus der Einschaltstrecke herausfallen

Die Bombardier Transportation Signal Germany GmbH legte ein Angebot für die Planung und Umsetzung vor und die AVG habe sich bereit erklärt, die Umsetzung und die erforderlichen Umbaumaßnahmen auf eigene Kosten zu übernehmen, sofern Stadt und der Landkreis die Planungskosten, Softwareinstallation und Abnahme übernehmen, heißt es weiter. Diese Kosten belaufen sich auf rund 28 613,55 Euro, Stadt und Landkreis hätten somit jeweils 14 307 Euro zu tragen. Die gesamte Stadtbahn sei so aufgestellt, dass die Kreise und Kommunen Kosten tragen müssten, erklärte Bürgermeister Klaus Mack in der Sitzung.

Schließzeiten sehr ärgerlich

"Wir könnten die Gelder zur Verfügung stellen und die Maßnahme somit kurzfristig umsetzen. Die Landkreisverwaltung hat signalisiert, dass sie ihren Teil finanzieren würde", so Mack weiter. Er sieht eine "gewisse Verbesserung", deshalb empfehle die Stadtverwaltung, "es zu machen".

"Das Sachinteresse steht ganz klar im Vordergrund", sagte Martin Keppler (CDU). Der Rückstau bis in die Wildbader Straße durch die langen Schließzeiten sei sehr ärgerlich, auch für die Anwohner und Nutzer der Alten Wildbader Straße. Seine Fraktion werde diesen Kompromiss im Interesse der Bürger tragen.

Auch Jürgen Schrumpf (SPD) zeigte sich "froh, dass eine Lösung gefunden ist und ausnahmsweise nicht nur wir auf den Kosten liegenbleiben". Er wollte wissen, wie hoch der Anteil der AVG sei. Dieser sei nicht genau zu beziffern, so Mack.

Dieter Gischer (SPD) wollte wissen, was der Umbau zeitlich bringe? Da der zuständige Sachbearbeiter bei der Sitzung krankheitsbedingt nicht anwesend war, konnte der Bürgermeister keine genaue Aussage treffen. Aber die AVG habe bestätigt, dass die neun Minuten Wartezeit "extrem lang" sei und mit dem Umbau auf ein Normalmaß reduziert würde. "Ich kann nicht mehr dazu sagen", sagte Mack. Oliver Eder (CDU) forderte, dass man es in Zukunft so schalten müsse, "dass es spürbar ist und bei den Leuten ankommt". Nach kurzer Diskussion beschlossen die Gemeinderäte einstimmig die Umsetzung der Maßnahme.