Bad Wildbad

Berlin unterstützt königlichen Bahnhof in Bad Wildbad

von Schwarzwälder Bote

Berlin/Bad Wildbad. Das "Sonderprogramm Denkmalschutz VII" kommt Bad Wildbad zugute: 300 000 Euro steuert der Bund für die Sanierung des königlichen Bahnhofs bei.

Als die Stadt den CDU-Abgeordneten Hans-Joachim Fuchtel im Rahmen seiner regelmäßigen Gemeindebesuche auf das Sanierungsprojekt "Königlicher Bahnhof" aufmerksam gemacht habe, sei dieser wenige Wochen später erneut mit einem Abgeordneten namens Rüdiger Kruse vor Ort erschienen, teilt die Stadt Bad Wildbad in einer Pressemitteilung mit. Kruse war eigens aus Hamburg angereist, um sich Fuchtels Vorschlag zur Aufnahme des Projekts in eine Sonderförderung aus Berlin genau anzusehen. Ein starkes Jahr dauerte es – jetzt meldet Fuchtel tatsächlich Erfolg: Berlin steuert 300 000 Euro bei.

Beschlossen haben das die Haushaltspolitiker der Koalition am Donnerstag. Das Gebäude wurde im Januar 2017 von den Investoren Thomas und Lucas Sperr mit dem Ziel erworben, dem einstigen Blickfang am Eingang der Stadt wieder zu neuer Blüte zu verhelfen. Allerdings habe sich rasch herausgestellt, dass dies mit ganz erheblichen Kosten verbunden sein werde. Denn die Belange des Denkmalschutzes schlagen besonders zu Buche. Klaus Mack: "Dieser Bahnhof ist ein Kleinod, es soll den Stadteingang aufwerten."

Wegen der häufigen Reisen des württembergischen Königs von Stuttgart ins Staatsbad hatte man in dieses Bauwerk in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wesentlich mehr als üblich investiert und es auch auf die Wünsche seiner Majestät ausgerichtet. Viele Jahre tat das Gebäude, durch die Königlich Württembergische Eisenbahn im Baustil des späten Historismus erbaut, seinen Dienst. Die Räumlichkeiten im Inneren mit ihren gut erhaltenen Stuckdecken erinnern noch heute an die Nutzung vor Jahrzehnten. Damals kamen hier auch andere gekrönte Häupter aus aller Herren Länder an.

Der einst prachtvolle Bahnhof hat eine Gesamtnutzfläche von mehr als 1500 Quadratmeter. Im Erdgeschoss sollen ein Wiener Kaffeehaus und ein Wirtshaus eingerichtet werden. Die Wohneinheiten im Südflügel bleiben erhalten. Das gilt auch für den Kiosk mit Bahnhofsbuchhandlung, der innerhalb des Gebäudekomplexes umzieht. Die restlichen Räume sollen gewerblich und als Wohnfläche genutzt werden. Die Gesamtausgaben für die Sanierung des königlichen Bahnhofs sollen sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

"Mit dem Beitrag aus Berlin können wir das Projekt natürlich beruhigter umsetzen", sagt Investor Thomas Sperr, "oft sind es gerade solche Zuschüsse, welche für Privatpersonen die Realisierung überhaupt möglich machen."

Das Sonderprogramm untersteht direkt dem Bundeskanzleramt, mit Federführung durch die Staatsministerin für Kultur bei der Bundeskanzlerin, Monika Grütters. Es war zunächst nur für Großprojekte in Städten angewandt worden. Durch Initiativen, wie in diesem Fall durch Hans Joachim Fuchtel, partizipiert jetzt auch der ländliche Raum an den Zuschüssen.