Bad Wildbad

B 294: Vorbereitung auf weitere Sperrung

von Markus Kugel

Bad Wildbad - Verkehrslenkung und Umleitungen: Der Bad Wildbader Gemeinderat beschäftigte sich mit Anträgen der SPD-Fraktion. Deren Vorsitzender Bruno Knöller lobte Bürgermeister Klaus Mack, der das Thema richtigerweise zur Chefsache gemacht habe.

Mack verwies auf die Sitzungsvorlage. Wie berichtet, fand ein Gespräch mit der Dehoga-Leitung und der Touristik Bad Wildbad GmbH statt. Es wurde vereinbart, dass die Kommunikation verbessert werden soll.

Hintergrund ist die bevorstehende erneute Sperrung der Bundesstraße 294 in Höfen. Kilometerfressende Umleitungen mussten wegen Sanierungsarbeiten bereits von 13. März bis 12. Mai gefahren werden.

Auf der Homepage der Stadt soll ein Umleitungsplan mit Anreisehinweisen zu finden sein, den die Hotellerie auch als PDF-Datei verschicken kann.

Infos zu Baustellen

Homepages verschiedener Einrichtungen könnten auf den Plan verlinken. Ein Schreiben der Stadt mit Erläuterungen zu den jeweiligen Baustellen soll den Gästen vor ort ausgehändigt werden. Eventuell könnte man dazu "ein kleines Geschenk als Trostpflaster und positive Geste" durch die Touristik oder den Gastgeber überreichen. Die Forderung ans Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe fordert: Die Baustellen in der Region sollen besser koordiniert werden.

Mit Höfens Bürgermeister Holger Buchelt wurde auch die Situation erörtert. Unter anderem habe er auf diese Punkte hingewiesen:

 Es handelt sich um eine Baumaßnahme des RP und nicht um eine Sanierungsmaßnahme der Gemeinde.

Das betroffene Straßenstück ist der letzte Bereich der Ortsdurchfahrt, circa 400 Meter lang vom Rathaus bis zum Ortsschild Richtung Calmbach – nicht bis zur Buchenkurve. Die Zufahrt zum Gewerbegebiet Gräfenau ist aus Richtung Calmbach immer frei.

 Es handelt sich dabei um den Abschnitt mit der engsten Bebauung und gleichzeitig mit den größten Schäden. Der Asphaltbelag ist wellenförmig zusammengeschoben und zeigt großformatige Risse sowie zwischenzeitlich große Abplatzungen, was für eine große Lärmbelästigung sorgt. Hinzu kommen die Schächte, die im Vorgriff auf die Sanierung noch nicht gerichtet wurden.

 Zudem gibt es in diesem Abschnitt erhebliche Probleme mit dem Unterbau, der teilweise nicht vorhanden, teilweise einfach verschwunden ist.

 Weiter schreibt der Lärmaktionsplan der Gemeinde Höfen einen lärmmindernden Belag vor, was auch bei der bereits erfolgten Sanierung zu einem deutlichen Erfolg geführt hat. Der Unterschied sei deutlich hör- und spürbar.

 Die Anwohner sind lärmgeplagt und verlangen sofortige Maßnahmen – das könnten Anwohner an ähnlich befahrenen Straßen – 12 000 Autos und 700 Lastwagen am Tag plus Motorräder – in Calmbach und anderswo bestätigen. Die Arbeiten des RP wurden bereits mehrfach verschoben, was großen Unmut der Anwohner ausgelöst hat.

 Die Stad Bad Wildbad wird wie bei den anderen Sanierungen auf der Bundesstraße mit einbezogen und zum Behördentermin eingeladen. Hier ist dann auch die Gelegenheit, auf die Sorgen und Nöte der Bad Wildbader hinzuweisen.

 Die Gemeinde Höfen braucht und wünscht diese Baumaßnahme für die Gesundheit ihrer Bürger und für den Nutzen aller, die diese Straße befahren wollen und müssen. Man geht davon aus, dass die Baustelle für einige Jahre die letzte in dieser Dimension sein sollte.

Laut Auskunft des RP wird der zweite Bauabschnitt der Sanierung der B 294 in Höfen nach derzeitigem Stand nach dem Ende der Bad Herrenalber Gartenschau von 10. September bis Ende Oktober ausgeführt. Zurzeit würden die Ausschreibungsunterlagen erstellt. Der genauere Sanierungsumfang stehe detailliert noch nicht fest, daher können sich die Angaben über die anvisierte Bauzeit noch ändern.

Über Igelsloch

Die Arbeiten könnten wegen der Straßenbreite aus arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen nur unter Vollsperrung erfolgen. Die Umleitung des Verkehrs erfolge in beide Richtungen von Höfen über die L 343 nach Schömberg und über die L 346 nach Igelsloch und von dort über die Alte Badstraße zur B 296 nach Calmbach.

Die Verkehrseinschränkungen und die -umleitung würden frühzeitig mit Verkehrsbehörde, Polizei, öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) sowie den angrenzenden betroffenen Kommunen abgestimmt und vor Baubeginn in der Öffentlichkeit kommuniziert.

Geringe Belastung

Wie das RP weiter auf Anfrage mitteilte, hat das Baureferat Mitte in diesem Jahr lediglich einen kurzen Abschnitt auf der L 76b am Kaltenbronn saniert. Einen konkreten Zeitplan für die "grundhafte Ertüchtigung" der Landesstraße zwischen Kaltenronn und Reichental gibt es noch nicht.

Eine Überschneidung der Baustellen Kaltenbronn und in Höfen sei kein Zufall gewesen – man habe die Maßnahme in Abstimmung mit den Verkehrsbehörden der Landkreise Rastatt und Calw befürwortet. Die Verkehrsbelastung auf der L 76b vom Murgtal mit Fahrtziel Bad Wildbad sei äußerst gering. Außerdem habe die Zufahrt vom Murgtal über Bad Herrenalb und Dobel ins Enztal uneingeschränkt zur Verfügung gestanden.

Variante auswählen

Und wie sieht es mit der Mauersanierung Lautenhof aus? Aktuelle Überprüfungen im Gewässerbett hätten ergeben, dass die Verhältnisse nicht mit bisherigen Untersuchungen übereinstimmten. Daher werde derzeit mit den Fachbehörden geklärt, welche Variante zur Erneuerung der Stützwand am Lautenhof im Zuge der L 351 ausgeführt werden könne.

Sofern eine Bohrpfahlwand infrage komme, wäre im Zuge der halbseitigen Sperrung der Landesstraße für rund vier Wochen zusätzlich eine Vollsperrung erforderlich.

Bei Ausführung der ausgeschriebenen Variante könnten die Arbeiten vollständig unter halbseitiger Sperrung, allerdings mit einer längeren Bauzeit erfolgen. Momentan gehe man davon aus, dass die Maßnahmen im günstigsten Falle ab Ende Juli weitergeführt und bis zum Frühjahr 2018 zum Abschluss gebracht werden.

Kein Verständnis

Bruno Knöller dankte Bürgermeister Mack für seine Mühe, den Sachverhalt zu erläutern. Warum in Calmbach kein Flüsterasphalt verwendet worden sei, könne er nicht nachvollziehen.

Mit Blick auf die Verkehrslenkung in Bad Wildbad teilte die Stadtverwaltung mit, dass es nach der Eröffnung des Meisterntunnels anfangs immer wieder Verkehrsänderungen gegeben habe, was die Durchfahrtsstrecken betreffe. Die heutigen Regelungen hätten sich inzwischen bewährt, wenngleich manche (zum Beispiel König-Karls-Straße als Einbahnstraße) von einigen Autofahrern wissentlich missachtet würden.

Kleinere Änderungen oder Anpassungen seien im Laufe der Zeit immer wieder vorgenommen worden.

Das aufgrund der Topografie nicht einfache Bad Wildbader Verkehrssystem sei schlüssig und durchgängig sinnvoll beschildert.

Eine grundsätzliche Veränderung erachtet die Verwaltung als nicht zielführend. Sofern einzelne Defizite in Sachen Beschilderung auffallen würden, solle man diese konkret nennen.

Jürgen Schrumpf (SPD) zeigte sich mit den Ausführungen nicht einverstanden. Beispielsweise würden Auswärtige Verkehrsschilder in drei Meter Höhe nicht wahrnehmen. Während Giuseppe Craca (FWV/FDP) meinte, nicht alles könne mit Verkehrsschilder geregelt werden, sagte Ursula Jahn-Zöhrens (SPD), dass diese unbedingt überprüft gehörten.

Die SPD-Fraktion brachte diesen Antrag ein: "Verkehrsplaner Sautter wird beauftragt, die komplette Beschilderung der Innenstadt zu überprüfen und Verbesserungsvorschläge vorzulegen. Er hat auch aufzuzeigen, wo es sinnvoll ist, Piktogramme für Verkehrsregelungen auf der Fahrbahn aufzubringen. Gleichzeitig ist darzustellen, welche Schilder überflüssig oder zumindest verzichtbar sind. Sinnvoll wäre auch die Radwege auf eine unzweifelhafte Beschilderung zu überprüfen (Piktogramme). Dies gilt insbesondere für die Situation auf der Paulinenstraße."