Bad Rippoldsau-Schapbach

Schnelles Internet und Fernwärme

von Werner Hering

Der Wolftal-Erlebnis-Radweg, die Breitbandplanung, das Waldfreibad, das Gemeindeentwicklungskonzept und Fernwärme – all das waren Themen bei einem Info-Abend der Gemeinde.

Bad Rippoldsau-Schapbach. Der Saal mit seinen 240 Sitzplätzen im Bad Rippoldsauer Kurhaus war fast voll besetzt. Nahezu alle Gemeinderäte waren gekommen. Zunächst erläuterte Bürgermeister Bernhard Waidele den Sachstand beim Wolftal-Erlebnis-Radweg und seinen drei Bauabschnitten. Zwischen 2016 und 2018 wurde der erste Bauabschnitt fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt wird Anfang Juni beim Hotel Rosengarten in Bad Rippoldsau ankommen. Der dritte Bauabschnitt, die Verbindung zwischen Schapbach und Bad Rippoldsau mit einer Länge von 8,4 Kilometern, soll im Jahr 2020 umgesetzt werden.

Dabei sind allerdings noch einige naturschutzrechtliche Probleme zu lösen. Waidele dankte den Grundstückseigentümern, die ihre Flächen teilweise kostenlos für den Radweg zur Verfügung gestellt hatten.

Matthias Nass von der Firma Rala stellte den Breitbandausbau vor. Derzeit werden schon beim Radwegausbau Kabel und Leerrohre für den Breitband und Stromversorgung verlegt. Die Gemeinde wird derzeit über Kupferkabel mit Internet versorgt. Dazu kommt die langgestreckte Topografie der Gemeinde, was zusammen zu einer schlechten Bandbreite führt. Deshalb ist geplant, Glasfaserleitungen in Leerrohren bis an jedes Haus zu verlegen.

90 Prozent Förderung für Breitbandausbau

Nass stellte einen Ausbauplan in fünf Stufen vor. Die Kosten ohne den Backbone-Ausbau werden auf sieben Millionen Euro geschätzt. Die Fördermöglichkeiten über Bund- und Landesmittel können sich auf bis zu 90 Prozent belaufen. Unsicherheitsfaktor sind dabei allerdings die Tiefbaukosten, die sich bei der derzeitigen Auslastung der Betriebe nur schwer kalkulieren lassen. Der Eigenanteil der Gemeinde für den Gesamtausbau wird auf 1,6 Millionen Euro geschätzt. Wird der vorgeschlagene Gesamtplan umgesetzt, könnten die Fördermittel mit nur einem Antrag beantragt werden. Allerdings muss dieser Plan noch im Gremium beraten werden.

Der nächste Referent war Rolf Linsenmeier von der Firma Aqua-Technik aus Freiburg. Er stellte den derzeitigen Zustand des Freibads und die Pläne zu dessen Sanierung vor. Das Becken soll 33 mal zwölf Meter messen und mit einer Brücke in einen Nichtschwimmer und Schwimmerbereich aufgeteilt werden. Es soll drei 25-Meter-Bahnen geben.

Linsenmeier stellte auch Einrichtungen zur Attraktivitätssteigerung wie Schwallbrause, Massagedüsen und anderes vor. Auf dem neuen Technikgebäude sollen etwa 140 Quadratmeter Absorberfläche zur Wasserbeheizung installiert werden. Die Gesamtkosten lägen bei gut 2,24 Millionen Euro. Auf die Frage nach einem Zugang für Rollstuhlfahrer erklärte Linsenmeier, dass durchaus ein stationärer oder mobiler Lift eingebaut werden könne.

Badesaison 2021 im neuen Becken?

Auf die Frage nach der Bauzeit antowrtete Bürgermeister Bernhard Waidele, dass man keine falschen Erwartungen wecken wolle. Liege die Förderung unter 60 Prozent, könne die Sanierung des Freibades nicht umgesetzt werden. Bei einer höheren Förderung erfolge ein Baubeschluss des Gemeinderats, sodass im Herbst mit der Sanierung des Sanitärbereichs begonnen wird. Nach der Saison 2020 wird mit den Arbeiten am Technikgebäude und am Becken begonnen. Zu den Eintrittspreisen nach der Sanierung sei noch keine Entscheidung getroffen worden, sagte Waidele.

Betreutes Wohnen für Senioren war Thema beim Gemeindeentwicklungskonzept. Oliver Matzek, Referent der Wüstenrot Haus- und Städtebau, stellte die Möglichkeiten dieses Konzepts vor. Wie er ausführte, gebe es für verschiedene Maßnahmen entsprechende Fördermittel. Diese könnten im Einzelfall bis zu 100 Prozent betragen. Erforderlich sei aber ein entsprechendes Entwicklungskonzept. Dieses solle ein Handlungsleitfaden für die Verwaltung für die nächsten Jahre sein und auch eine Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat darstellen. Wie er weiter ausführte, gehört auch die Beteiligung der Bürger dazu, die Ideen, Anregungen und Wünsche einbringen können.

Das Konzept sollte einige Aspekte aufgreifen, darunter Wohnen, Bildung, Betreuung, Einzelhandel, soziale Infrastruktur, Gesundheit, Energie, Mobilität, Arbeiten und Digitalisierung.

Das Quartierskonzept für Nahwärme stellte Waidele selbst vor. Ein solches Konzept gebe es sei 2014, nun solle es wieder aufgegriffen werden. Das liege auch daran, dass in Bad Rippoldsau in Kirche und Kloster sowie im ehemaligen Rathaus und im Haus der Gesundheit die Heizungen erneuert werden müssen.

Waldanteil von fast 94 Prozent

Mit ihrem Waldanteil von fast 94 Prozent könne die Gemeinde das Holz klimaneutral verheizen, zumal der Holzmarkt kaum noch etwas hergebe, so Waidele. Die Versorgungsleitungen würden so dimensioniert, dass auch Erweiterungen möglich wären. An den Strang vom Kurhaus zum Klärwerk könnten auch private Haushalte angeschlossen werden. Die relativ neue Heizung im Kurhaus könne als Notfallversorgung bei Reparaturen eingesetzt werden.

Noch im Mai soll es Gespräche mit einem möglichen Betreiber geben. Danach wird im Gemeinderat darüber zu entscheiden sein, schloss Waidele.