Bad Rippoldsau-Schapbach

Planung mit fünf Jahren Verspätung

von Evelyn Jehle

Mit der Kindergartenbedarfsplanung beschäftigte sich der Gemeinderat Bad Rippoldsau-Schapbach in seiner jüngsten Sitzung. Das Thema war lange überfällig: Die letzte Planung stammt aus dem Jahr 2012.

Bad Rippoldsau Schapbach. Aktuell besuchen insgesamt 57 Kinder die beiden Kindergärten in Bad Rippoldsau und Schapbach. Hinzu kommen fünf betreute Krippenkinder, davon eines in Bad Rippoldsau.

Hauptamtsleiter Klemens Walter erläuterte die aktuellen Zahlen und den voraussichtlichen künftigen Bedarf. Grundlage war die Geburtenstatistik des Einwohnermeldeamts für die entsprechenden Geburtenzeiträume unter Berücksichtigung des Schuleintritts im September. Derzeit werden neben der Regelbetreuung mit verlängerten Öffnungszeiten auch altersgemischte Gruppen und Krippenbetreuung für Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren angeboten.

Für eine Ganztagbetreuung besteht laut Walter derzeit eine Anfrage. "Wenn sich hier keine gravierenden Änderungen ergeben, besteht aktuell kein Bedarf für einen Ausbau, der wirtschaftlich vertretbar wäre", sagte der Hauptamtsleiter.

Gedanken über neue Betreuungsformen

Insgesamt ergibt sich seinen Ausführungen nach für die Bedarfsplanungsjahre 2019 bis 2021 eine Gesamtzahl von jeweils 24 Krippenkindern Die Betreuungsquote liege in Baden-Württemberg laut Statistik bei 28,1 Prozent, was einen Bedarf von zehn U3-Plätzen bedeute. Bei der Betreuung von Kindergartenkindern ist laut Walter mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Von etwa 70 Grundschülern werden seiner Aussage nach aktuell zwölf im Rahmen der Kernzeit betreut.

Aufgrund der Schülerzahlen sah Walter den Bedarf an der Obergrenze. Im Jahr 2017 wurde ein Betrag von rund 8 200 Euro im Rahmen des Interkommunalen Kostenausgleichs für sechs Kinder bezahlt (Oberwolfach).

Voriges Jahr fielen dafür etwa 3000 Euro an für zwei Kinder, die in Freudenstadt und Loßburg betreut wurden. "Eine Kindergartenbedarfsplanung wird normalerweise alle zwei Jahre erstellt,“ rügte Gemeinderat Kurt Schmieder (CDU) die fünf Jahre Verspätung. Außerdem fand er, dass sich die Gemeinde durchaus Gedanken über neue Betreuungsformen machen sollte, um den Ort für junge Familien attraktiv zu machen. Bürgermeister Bernhard Waidele sah bei dem Thema regen Diskussionsbedarf, doch sei der Beschluss zum gegenwärtigen Zeitpunkt notwendig. Die Kindergärten gehörten sicherlich mit zu den Aufgaben des neu gewählten Gemeinderates, sagte Waidele.