Bad Rippoldsau-Schapbach

Ein Sonderhieb beim Holzverkauf

von Martina Baumgartner

Bad Rippoldsau-Schapbach - Einen größeren Holzverkauf hat die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach ins Auge gefasst. "Dazu braucht es eine Art Urhieb", sagte Bürgermeister Bernhard Waidele bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Diesen Urhieb könne die Gemeinde nicht aus eigener Kraft stemmen, sie brauche externe Hilfe. Joachim Prinzbach, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald (FVS) eG, stellte die Genossenschaft vor, die Gemeinden, Forstbetriebsgemeinschaften, Privatwaldbesitzer und Unternehmen in der Region in Sachen Holz unterstützt. Die FVS übernehme als Aufgaben die Waldbewirtschaftung und die Holzvermarktung, wobei bei der Auftragsverteilung und den eingesetzten Arbeitskräften der Bezug zur Region bleibe und auf eine gesunde Streuung bei den Verkäufen geachtet werde. Die FVS sei eine Genossenschaft zur Förderung der Erwerbssituation und sehe sich, so Prinzbach, als Kooperationspartner und nicht als Konkurrent zu örtlichen Holzverarbeitern und zu Forstbetriebsgemeinschaften. Die FVS würde das Projekt für Bad Rippoldsau-Schapbach unter Berücksichtigung der Wünsche der Gemeinde, begleitet durch den Gemeinderat und den örtlichen Revierleiter, entwickeln. Alle Rahmenbedingungen und Konditionen würden laut dem Geschäftsführer in einem Selbstwerbungskaufvertrag vereinbart. Die bisherigen Forstunternehmer könnten durch einen Werkvertrag in das Projekt eingebunden werden.

Die Forstwirtschaftliche Vereinigung stelle zur Unterstützung Forstwirte und Maschinen zur Verfügung. Ein Vorteil bei Einbindung der FVS in das Vorhaben sei eine zeitnahe Abrechnung. Es müssten keine Vorleistungen erbracht werden. Außerdem könnten die örtlichen Kompetenzen eingebunden und die kaufmännische Erfahrung und Sicherheit der FVS genutzt werden. Nach der Präsentation Prinzbachs wollte ein Gemeinderatsmitglied wissen, ob die FVS denn einen Sonderhieb von etwa 30 000 Festmetern bewerkstelligen könne. "Auf einen Schlag ist das sicher nicht zu machen, aber wir könnten im September beginnen und das auch technisch durchführen", meinte Prinzbach. Er denke, dass ein jährlicher Einschlag von 1000 bis 4000 Festmeter im Rahmen des Möglichen wäre. Gemeinderat Franz Günter fragte, ob die örtlichen Forstwirte, sollte der Auftrag an die FVS gehen, an der Arbeit Teil hätten. Die Forstwirte seien bei einem kommunalen Einschlag auf jeden Fall dabei und würden als Arbeitskräfte bevorzugt, weil sie sich ja auch bestens im eigenen Wald auskennen, antwortete Prinzbach.

Eine Auftragsvergabe stand bei der Gemeinderatssitzung nicht auf der Tagesordnung. In dem Gremium war man sich jedoch einig, dass nach der gescheiterten Zusammenarbeit mit einer Nachbargemeinde ein Pilotprojekt angegangen werden müsse.