Bad Liebenzell

Von Landmaschinen bis zu Volkstanz

von Judith Ketterle

Am Sonntag zeigte sich ganz Maisenbach-Zainen von seiner schönsten Seite. Die zahlreichen Besucher konnten bei herrlichem Sommerwetter durch den Ort flanieren. Beim Rundgang mit 23 Stationen gab es vieles aus vergangenen Tagen und der heutigen Zeit zu erleben.

Bad Liebenzell-Maisenbach-Zainen. Der kleine Ort hatte einiges zu bieten. Neben Honig, Waffeln und Eis gab es selbstgemachte Pizza und Zwiebelkuchen aus den Backhäusern. In der Brennerei zum Löwen konnten Besucher den Schnaps der Familie Steininger probieren und die Herstellung beim Schaubrennen bestaunen. Im Haus ­Bethel wurde Butter hergestellt und Holz mit einer Waldsäge gesägt. Auf dem Bauernhof der Familie Berger konnten die Ställe der Kühe und Kälber besichtigt werden und der Melkroboter wurde vorgeführt. Das Melkgeschirr wird dabei automatisch und ohne menschliches Eingreifen an das Euter der Kuh angeschlossen. Dieser modernsten Technik stand die Ausstellung der historischen Landmaschinen aus Maisenbach und Umgebung auf dem Hof der Familie Rentschler gegenüber.

Neben dem Kohlenmeiler, der vor sich hin rauchte, lebten weitere alte Traditionen auf. Hinter dem Meiler wurden Körbe geflochten. Die Volkstanzgruppe Deckenpfronn zeigte, wie Hafer mit Flegeln gedrescht wurde. Und der "Erste Sensenmähverein Baden-Württemberg 1999" hat das Sensendengeln (Schärfen) vorgeführt. Die kleine und große Orgel aus Waldkirch waren abwechselnd in Betrieb.

Mitfahrten bei der Feuerwehr standen hoch im Kurs

Der Turnverein Zainen-Maisenbach zeigte eine Fotoausstellung seit Vereinsgründung und bot einen Faustball-Geschwindigkeitswettbewerb. Die Feuerwehr befand sich im Wandel der Zeit mit einer Ausstellung historischer und aktueller Geräte. Bei Klein und Groß beliebt waren die Mitfahrten in den Feuerwehrautos.

Ein musikalischer Höhepunkt war "Rudi’s Blechhaufa". Die Musiker spielten auf einem Anhänger, der von einem Traktor durch den Ort gezogen wurde. So wurde an wechselnden Orten für beste Stimmung gesorgt.

Ein kleines Jubiläum innerhalb des derzeitigen "Kultur & Köhler Festes" feiert das "KMZ – Kunst in Maisenbach-Zainen – Kunst im Dorf". Seit genau zehn Jahren besteht diese Künstlergruppe aus 13 Mitgliedern, die 2009 zum ersten Mal zusammenkam. Anlass damals das Jubiläumsfest im Dorf, bei dem zum ersten Mal die Tradition des Kohlenmeilers wieder auflebte. Seitdem findet alle zwei Jahre ein Künstler-Rundweg statt.

Persönliche Gespräche und Maltechniken

In diesem Jahr ist er integriert in den Rundgang durch den Ort. Über Gemälde verschiedener Maltechniken (Öl, Aquarelle, Acryl, Bleistift) sowie Drucke, Collagen, Grafiken und Illustrationen bis hin zu Modeschmuck konnte alles bewundert werden. Da die Künstler vor Ort waren, bestand auch die Möglichkeit zu persönliche Gesprächen.

Bis einschließlich Freitag gibt es täglich ab 19 Uhr musikalische Aufführungen, bei denen man sich sich von der Stimmung rund um den Kohlenmeiler anstecken lassen kann.