Bad Liebenzell

Senioren machen munter mit

von Von Wolfram Eitel

Bad Liebenzell. Einmal wöchentlich bietet die Bad Liebenzeller Diakonie im evangelischen Gemeindehaus einen gemütlichen Nachmittag an.

"Café Augenblick" wurde das Ereignis getauft, das man durchaus als Einstieg in ein Tagespflegeprojekt bezeichnen kann. In Bad Liebenzell ist es derzeit wohl das einzige offizielle Angebot. Das stellte sich anlässlich einer Diskussionsveranstaltung der Alzheimer Gesellschaft im April heraus. Immerhin stellte Bürgermeister Dietmar Fischer damals die Gründung einer Tagespflege-Einrichtung im Rahmen des geplanten Seniorenzentrums auf dem Ochsenareal in Aussicht. Die Nachfrage nach Tagespflegeplätzen würde immer größer, meint die Leiterin der Diakoniestation Katrin Friedrich. Deshalb würde es immer wichtiger, die an Gedächtnisschwund erkrankten Menschen aus der drohenden Isolation zu befreien und ihnen eine Teilhabe in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig würden pflegende Angehörige entlastet.

Urlaub wird thematisiert

Im "Café Augenblick" gelingt das bestens. Trotz großer Hitze waren zwölf Senioren gekommen, zum Teil begleitet von ehrenamtlichen Betreuern. Bei einigen sei die Krankheit bereits weiter fortgeschritten, bei anderen befinde sie sich im Anfangsstadium, erläutert Gruppenleiterin Ellen Hätscher im Gespräch.

Alle begrüßten sich jedenfalls herzlich, plauderten, und fühlten sich so richtig wohl, zumal sie mit verstohlenem Blick den reichlich geschmückten Tisch entdeckten, an dem es später Kaffee und Kuchen geben sollte. Zuerst setzte man sich aber erwartungsvoll im Kreis nieder, denn Hätscher hatte für diesen Nachmittag das Thema "Urlaub" ausgegeben.

"Könnt ihr euch an euren ersten Urlaub erinnern?", fragte sie in die Runde und bekam nach einer kleinen Denkpause zahlreiche Antworten. Auch Episoden und sogar Witzchen waren dabei. Genau so lebhaft war die Beteiligung, als es um das Packen des Urlaubskoffers ging.

Keine Frage, die Gruppenleiterin hatte sich einiges ausgedacht, um ihren Gästen didaktisch geschickt auf die Sprünge zu helfen. Stellenweise kam sogar richtige Gruppendynamik auf, da fast alle ihren Teil zur Lösung der Fragen beitragen wollten.

Wenn Hätscher und ihre Kollegin Petra Greiner zur Gitarre und zum Akkordeon griffen, wurde fleißig mitgesungen. "Die Mühle im Schwarzwälder Tal", "Drunten im Unterland" oder "Die schwäbische Eisenbahn" waren bestens bekannt. Es klang sogar recht harmonisch. "Wir könnten jederzeit eine zweite Gruppe aufmachen, aber es fehlen uns die ehrenamtlichen Begleiter", bat Hätscher abschießend um tatkräftige Mithilfe.