Bad Liebenzell

5,7 Millionen für Stadtkernsanierung

von Wolfram Eitel

Bad Liebenzell - Einstimmig beschloss der Bad Liebenzeller Gemeinderat die Festlegung des neuen Sanierungsgebietes "Stadtkern III".

Das Sanierungsprojekt ist bis auf den April 2027 befristet. Für private Erneuerungsvorhaben wurde eine Modernisierungsrichtlinie vorgegeben. Das Sanierungsgebiet umfasst die gesamte Innenstadt und konzentriert sich zunächst auf Ausschnitte aus der Wilhelm- und Kirchstraße. Derartige Festlegungen haben allerdings nur vorläufigen Charakter und ergeben sich aus den Resultaten der im Juli des vergangenen Jahres vom Gemeinderat beschlossenen "Vorbereitenden Untersuchung".

Regierungspräsidium steht hinter dem Projekt

In Zusammenarbeit mit der Steg Stadtentwicklungs GmbH wurden mit dieser gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchung die städtebaulichen Verhältnisse analysiert, Missstände und städtebauliche Mängel festgestellt. Unter anderem handelt es sich dabei um Leerstände, qualitativ nur mittelwertige Übernachtungsmöglichkeiten (Gastronomie) sowie bauliche Mängel und Infrastrukturprobleme.

Als wichtigste Zielsetzungen der Neugestaltung wurden unter anderem die Verschönerung und Belebung der Kernstadt, etwa durch Verbesserung der gastronomischen Strukturen, oder die Stärkung von Handel, Gewerbe und Dienstleistung sowie die Verbesserung der innerstädtischen Wohnnutzung festgehalten. Die Umsetzung solch anspruchsvoller Ziele kann allerdings nicht ohne die Bereitschaft der Eigentümer von betroffenen Immobilien zur Mitwirkung gelingen.

Eine Befragung von Eigentümern ergab, dass 40 Prozent von ihnen zur Mitwirkung bei der Modernisierung bereit sind. "Das ist eine sehr gute Mitwirkungsbereitschaft", stellt Martin Keller von der Steg fest. Dies gilt umso mehr, als bei 15 Prozent der Befragten kein Veränderungsbedarf besteht und von weiteren fünf Prozent Verkaufsabsichten geäußert wurden. 34 Prozent der Befragten geben sich noch unentschlossen oder wünschen keine Sanierung.

Genauso wichtig wie die Mitwirkungsbereitschaft ist die finanzielle Seite. Was die Bezuschussung anbetrifft, steht das Regierungspräsidium voll hinter dem Projekt und sagt eine Bezuschussung in Höhe von 60 Prozent der Kosten zu. Außerdem wurde die Stadt in das Landes-Sanierungsprogramm aufgenommen. Zum Einstieg hat das Präsidium schon 1,33 Millionen Euro bewilligt. Auch die Stadt hat für 2019 bereits 500 000 Euro in ihren Haushalt eingestellt. Aus derzeitiger Sicht rechnet die Steg mit einem Gesamtvolumen von 5,73 Millionen Euro für die Stadtkernsanierung III.