Bad-Dürrheim

Historische Löschpumpe wieder in Oberbaldinger Besitz

von Schwarzwälder Bote

Bad Dürrheim-Oberbaldingen (kal). Die Feuerwehr Oberbaldingen hat die Gelegenheit zum Erwerb eines Hydrofor genutzt, das sich Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts in ihrem Besitz befand. Das Museumsstück wird gegenwärtig hergerichtet, sodass es bei dem am 2. und 3. Juni zu feiernden 150-jährigen Bestehen der Wehr der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Der noch recht gut leserliche Schriftzug "Oberbaldingen" lässt darauf schließen, dass sich das Hydrofor im Besitz der Wehr befunden haben muss, wenngleich die noch vorhandenen Überlieferungen keinen Aufschluss darüber geben. In den erneuten Besitz des Gefährts kam die Wehr aufgrund der Recherchen eines Nachlassnehmers aus dem Raum Leonberg. Der hatte sich mit dem Abteilungskommandanten der Oberbaldinger Wehr Volker Heppler in Verbindung gesetzt, um ihm zu eröffnen, dass er das Hydrophor unter den Nachlassgegenständen eines Sammlers entdeckt habe. Der Feuerwehrchef reiste darauf hin mit einigen anderen Feuerwehrkameraden nach Leonberg, um sehen, in welchem Zustand sich das Hydrofor befindet. Handelseinig wurde man sich, indem die Wehr 400 Euro für das Museumsstück bezahlte.

Die Kaufsumme spendeten mit jeweils 200 Euro die ortsansässige Firma Bonk und Ralf Glunz. Ralf und Heinz Glunz sind seit geraumer Zeit dabei, das Hydrofor gangbar zu machen, was eine sanfte Reinigung der Mechanik, Räder, Deichsel und die Konservierung einschließt. Was zu ersetzten ist, wie zum Beispiel die Ledermanschetten, soll möglichst originalgetreu erfolgen. Erhalten und nicht ein großes Sanierungsobjekt daraus machen, lautet hierbei die Devise, sagt Volker Heppler.

Das Hydrofor ist eine handbetriebene Kolbenpumpe, die von den Feuerwehren als von Hand gezogenem Feuerlöschpumpe eingesetzt wurde. Über einen Schlauch wurde das Wasser aus den damals noch zahlreich in den Ortschaften vorhandenen Brunnen gesaugt. Die von vier Mann zu betätigende Handdruckspritze gehörte ab 1830 bis in das 19. Jahrhundert hinein bei vielen Feuerwehren zu einem wichtigen Ausrüstungsgegenstand.