Galerienrundgang Art Alarm

Farbstarkes Plädoyer für den Kunststandort Stuttgart

von Nikolai B. Forstbauer

Stuttgart - Wer Erfolg haben will, darf drei Punkte nicht vernachlässigen: eine klare Zielorientierung, Geschlossenheit und Zuversicht. Das gilt auch in der Kunstszene auf allen Ebenen. Entsprechend energisch schüttelt man in der Metropolregion Stuttgart die Diskussionen über den Schwund der Privatgalerien in den vergangenen fünf Jahren ab. Vor ­allem die Landeshauptstadt selbst musste mit Galerieschließungen (Anja Rumig, ­Hollenbach, Franke) und Ortswechslern (Friese nach Berlin, Parrotta nach Köln) kämpfen. Und doch ist die Botschaft klar: „Der Kunststandort Stuttgart ist ­besser als sein Ruf“, verkündeten Thomas Fuchs (Galerie Thomas Fuchs) und Kay ­Kromeier (Galerie Schlichtenmaier) in unserer Zeitung.

Fuchs und Kromeier sprechen nicht nur für sich und ihre Galerien – sie stehen auch in der Verantwortung für den diesjährigen ­Galerienrundgang. Der Art Alarm eröffnet schon traditionell die neue Kunstsaison – in diesem Jahr am Samstag, 23. September, außerdem am Bundestagswahl-Sonntag, 24. September. Zwei Tage lang sind die Türen von 17 ­teilnehmenden Galerien weit geöffnet. „Der Art Alarm“, sagt Kay Kromeier, „bietet die Chance, sich umfassend zu informieren, sich selbst im besten Sinn ein Bild von der Kunst zu machen.“

Überraschungen sind beim Art Alarm Programm

Gerne verweist Thomas Fuchs auf die ­„besondere Neugierde“ des Kunstpublikums in der Region Stuttgart. Das Art-Alarm-Programm scheint wie gemacht für ­Überraschungen. Da wird ­etwa die Galerie Michael Sturm (Christophstraße 6) nicht nur zur Bühne für den etablierten Schweizer Maler Dave Bopp, sondern auch für die öster­reichische Künstlerforscherin Anna ­Kubelik, 2015 bis 2016 Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

Da überrascht die Galerie Andreas Henn (Wilhelmsplatz 8) mit Klangobjekten und musikalischen Grafiken von Nikola Lutz, und der Galerist Rainer Wehr zieht mit den Objekten und Installationen noch ­einmal alle Register einer Kunst, die ebenso heiter wie meinungsstark sein kann. Nicht minder eindringlich: das Engagement der Galerie Abt Art (Stuttgart-Möhringen, Rembrandt­straße 18) für die Fotografenlegende Walter Schels mit einer durch den nicht ­minder renommierten Klaus Honnef ­er­arbeiteten Schau. Eine besondere Rolle in den Art- Alarm-Ausstellungen spielt die Farbe. Nicht nur, weil ­Platino, für seine Installationen und ­Raumentwicklungen jüngst mit dem Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg geehrt, in der Galerie Schlichtenmaier (Kleiner Schlossplatz 11) seine „Red Space“-Folge aufscheinen lässt.

Für Furore dürfte der Aufritt von Jochen Hein in der Galerie Thomas Fuchs (Reinsburgstraße 68) sorgen. Was realistisch ­erscheint, erweist sich buchstäblich als ­Farbenmeer. Die Kunst ist unberechenbar. Wieder einmal. Und zum ­Neuantritt der Kunstregion Stuttgart genau zum richtigen Zeitpunkt.

So können Sie dabei sein

Stuttgarter Nachrichten bieeen exklusive Führung

Wie sieht es hinter den Kulissen der großen und kleinen Kultureinrichtungen in der Region Stuttgart aus? Mit welchen Projekten wollen sie ihre Besucher begeistern? Die Stuttgarter Nachrichten geben mit ihrer Veranstaltungsreihe „Ortstermin“ Antworten. Nächste Station ist am Samstag, 23. September, der große Galerienrundgang Art Alarm in Stuttgart.

Start am 23. September um 10.30 Uhr

17 Privatgalerien in der Landeshauptstadt haben am 23. und 24. September ihre Türen weit geöffnet. Am Samstag, 23. September, präsentieren wir eine exklusive „Ortstermin“-Führung für unsere Leserinnen und Leser. Sieben Stationen bietet unsere Tour – Start ist um 10.30 Uhr in der Galerie Thomas Fuchs (Reinsburgstraße 68). Weiter geht es zur Galerie von Braunbehrens (Rotebühlstraße 87). Von dort aus bringt uns ein Bus zu weiteren Stationen unserer exklusiven „Art Alarm“-Tour. Diese sind: Galerie Andreas Henn, Galerie Schlichtenmaier, Galerie Strzelski sowie im Galerienhaus Stuttgart (Breitscheidstraße 48) die Galerien Schacher – Raum für Kunst und Horst Merkle.

Blicke hinter die Kulissen

Wie arbeitet eine Galerie in einem sich ­rasant verändernden Kunstmarkt? Und: Welche Rolle spielen die Privatgalerien für den Kunststandort Stuttgart? Antworten auf diese und andere Fragen gibt unser „Art Alarm“-Rundgang am Samstag, 23. ­September.

So können Sie dabei sein

100 Leserinnen und Leser können dabei sein. Bitte vermerken Sie, wenn Sie an unserer (kostenlosen) Bus-Tour teilnehmen möchten. Hier stehen 57 Plätze zur Verfügung. Ihre Anmeldung nehmen wir gerne entgegen. Unter: htttp://stn.de/ortstermin .