Althengstett

Schutzpatron der Bienen

von Marion Selent-Witowski

Die alten Ägypter bezeichneten den Honig als "Speise der Götter", und auch heute noch ist das natürliche Süßungsmittel äußerst beliebt. "Der Honigertrag war dieses Jahr nur Mittelmaß", sagt Manfred Nonnenmann. Er leitet beim Bezirksimkerverein Calw Kurse für Neueinsteiger in dieses Hobby.

Am 7. Dezember, dem Gedenktag des heiligen Ambrosius, Schutzpatron der Bienen und Imker, bietet der Internationale Tag des Honigs Gelegenheit, das flüssige Gold zu feiern. Bereits seit 1992 begehen die österreichischen Imker und Honigliebhaber diesen Tag. Seit einigen Jahren findet der Gedenktag auch in Deutschland zunehmend Beachtung.

Doch weshalb ist der heilige Ambrosius (*339 in Trier, † 397 in Mailand) überhaupt der Schutzpatron der Bienen? Ambrosius von Mailand war römischer Politiker und Bischof. Die Verehrung als Schutzpatron der Imker erklärt sich aus einer Überlieferung, der zufolge sich in dessen Kindheit ein Schwarm Bienen auf seinem Gesicht niedergelassen haben soll. Die Insekten seien in seinen Mund gekrabbelt und hätten das Kind mit Honig genährt. Dies wurde als Gotteszeichen und Hinweis auf eine große Zukunft des Kindes gedeutet (Quelle: www.honig-und- bienen.de).

Althengstett. Immer am 7. Dezember, dem Internationalen Tags des Honigs, wird auf die Gewinnung der süßen Speise und insbesondere die Bedeutung der Bienen aufmerksam gemacht. Tatkräftige Botschafter des flüssigen Golds und der fleißigen Insekten sind die Mitglieder des Bezirksimkervereins mit ihrer Lehrstation in Althengstett. Das Jahresprogramm beinhaltet unter anderem Neuimkerkurs und -stammtisch, Führungen für Schulklassen sowie Kindergartengruppen, Themenabende zur Königinnenzucht oder Wellnessprodukten oder Vermietung beziehungsweise Erklärung der Geräte, die für die Honiggewinnung benötigt werden.

Über mangelnden Zulauf kann sich der Verein nicht beklagen. "Den Neuimkerkurs belegten in diesem Jahr 24 Personen. Ungefähr ein Drittel davon waren Frauen. Die Altersspanne ging von 17 bis 68 Jahre", erläutert Nonnenmann. Die meisten der Teilnehmer hätten mit der Imkerei begonnen und würden sich jetzt Bienen halten. "In unserem vereinseigenen Bienenstand haben wir acht Bienenvölker betreut, an denen die Kursteilnehmer den Kontakt mit den Bienen erlernen", so der erfahrene Imker weiter.

Witterungsbedingt gehe die Entwicklung der Bienenvölker nur langsam aufwärts, "was mit den kalten Mai-Temperaturen zusammenhing und sich letztlich auf die Honigausbeute auswirkte. "Einen Verlust von Bienenvölkern hatten wir nicht zu verzeichnen."

Rund 178 Tonnen Honig aßen die Menschen im Landkreis Calw im vergangenen Jahr. Darauf machte die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zum Internationalen Tag des Honigs aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Demnach lag der Pro-Kopf-Verbrauch mit 1,1 Kilogramm bei gut zwei Gläsern Honig im Jahr.

Größtenteils importiert

Laut Statistik werde schon jetzt der Großteil des in Deutschland gegessenen Honigs jedoch importiert: aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Die Bundesrepublik stehe beim Honigverzehr weltweit an der Spitze. Allein zwischen 2016 und 2017 habe der Verbrauch um 15 Prozent zugenommen, heißt es in einer BLE-Mitteilung.

Mit Sorge beobachtet die IG BAU Nordbaden das Bienensterben, das den Imkern zunehmend zu schaffen mache. "Dafür ist auch die industrielle Landwirtschaft verantwortlich. Monokulturen und Pestizide lassen den Bienen immer weniger Lebensräume", sagt Bezirksvorsitzender Wolfgang Kreis. Gefährlich sei insbesondere das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, weshalb die IG BAU fordert, dessen Einsatz zu verbieten. "Wenn wir in Zukunft überhaupt noch heimischen Honig essen wollen, dann muss es ein Umdenken in der Landwirtschaft geben – mehr Vielfalt und weniger Einsatz von Chemie", fordert Kreis.

Nach dem Motto "Wir brauchen die Bienen – die Bienen brauchen uns!" wollen die Mitglieder des Bezirksimkervereins sich auch im neuen Jahr ins Zeug legen. "2019 finden im Sinne der Fortbildung mehrere Vereinsabende statt, zu denen Fachreferenten eingeladen werden", kündigt Nonnenmann an. Es sei wieder ein Imkerfest geplant für die Mitglieder und Bevölkerung. Ein wichtiger Schwerpunkt sei die Ausbildung von Neuimkern. "In unseren Dörfern werden mehr Bienen gebraucht, damit durch die Bestäubung durch die Insekten die Naturflora erhalten bleibt", betont der langjährige Hobbyimker.