Althengstett

Großartiges Erlebnis für alle Sinne

von Bettina Bausch

"Ein wunderbarer Abend mit tollem Zugang zu den Arbeiten der Töpfer von ›Atelier 17‹, liebevoll zusammengestellt, ein Erlebnis für alle Sinne", schreibt Besucherin Silke am Ende begeistert ins Gästebuch.

Althengstett. Eine warme Abendsonne liegt über der großen Wiese beim Gebäude Nummer 17 im Althengstetter Birkenweg. Dort stehen rund 150 originelle Keramikarbeiten des Tonkünstlers Gerhard Schmid und seiner Werkstattteilnehmer inmitten von blühenden Rosensträuchern und können bewundert werden. Eine große Schar von Bekannten, Freunden und ehemaligen Kollegen des früheren Althengstetter Schulleiters hat sich eingefunden, um mit ihm, nur wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag, eine neue Ausstellung zu eröffnen. Seit vier Jahrzehnten bereits gibt es die rührige Gruppe, die heute ebenfalls ihre selbstgefertigten Tonarbeiten zeigt. Für den Festtag und darüber hinaus hat "Atelier 17" die bestehende Open- Air-Sammlung von Keramikkreationen neu geordnet und mit eigenen Werken bereichert.

"Als im Februar hier drei große Birnbäume gefällt wurden, musste die ganze Wiese abgeräumt werden. Das gab die Gelegenheit, die ganze Ausstellung neu zu ordnen", erläutert Schmid. Dann geht er vor allem auf die neu hinzugekommenen Werke ein, die von "Zweibeinern", Vögeln, "Vierbeinern", "Langbeinern" und Menschen handeln. "Alles sind Unikate und daher für uns wertvoll", unterstreicht der Künstler.

Der Gestaltung mit Ton seien gründliche Überlegungen über ruhende Figuren und andere in Bewegung sowie deren Größe und Farbgebung vorausgegangen. Sieht man die Figuren einzeln an, denkt man zuerst an ihre Schönheit und schmückende Wirkung im Vorgarten.

Es lohnt sich jedoch, in Ruhe einen zweiten, intensiveren Blick darauf zu tun und auf die Zusammenstellung mehrerer Figuren in Gruppen zu achten. Da liegen zum Beispiel mehrere Objekte, die Jugendliche darstellen, relaxt im Gras und der Betrachter spürt intuitiv: Da fehlt doch etwas! Die Figuren blicken sich nicht an, sondern sind mit sich selbst beschäftigt. Es findet keine Kommunikation statt. Damit bringt Schmid ein Problem unserer Zeit zum Ausdruck, das er immer wieder in seinen Arbeiten thematisiert: Zuviel Umgang mit modernen Medien kann zu Vereinsamung führen.

Nachbarjunge greift zur Gitarre

Neben den Menschen sind es vor allem liebevoll gestaltete Tiere, die bei der Ausstellung zu sehen sind. Nachbarjunge Robert, der es im Gitarrenspiel schon recht weit gebracht hat, umrahmt die Vernissage und beschließt auch den offiziellen Teil mit einem einfühlsam gespielten Gitarrenstück.

Die zahlreichen Gäste werden bei der Eröffnung der Schau auch bewirtet. Die Mitglieder von "Atelier 17" und Freunde des Hauses haben Häppchen und leckeres Gebäck vorbereitet, das genüsslich verzehrt wird. Dabei können die Besucher sich in leb- haften Gesprächen über das Gesehene und Gehörte austauschen.

Auf die Frage, was in Zukunft mit dem großen Fundus seiner Keramik-Kunstwerke einmal geschehen soll, meint der Künstler, er könne sich durchaus vorstellen, dass bei einem Entgegenkommen der Kommune die Figuren dauerhaft in einem Raum oder unter einer Überdachung ausgestellt werden könnten.

An allen Wochenenden im Juni sowie an Fronleichnam bieten die Frauen vom "Atelier 17" Kaffee und Kuchen an, stets von 14 bis 17 Uhr. Von Gerhard Schmid geführte Rundgänge finden bis Samstag, 29. Juni, nach Vereinbarung unter Telefon 07051/3 06 44 statt.