Altensteig (Württ.)

Realschule wird deutlich digitaler

von Manfred Köncke

Altensteig. Die Friedrich-Boysen-Realschule Altensteig ist mit 593 Schülern in 25 Klassen und 44 Lehrkräften ins neue Unterrichtsjahr gestartet. Die Mensa wird erweitert, ein neues Musical ist in Planung und die Digitalisierung wird offensiv vorangetrieben.

Seit 2008 ist Klaus Ramsaier Rektor der Friedrich-Boysen-Realschule. Und schwärmt: "Mir gefällt es hier von Jahr zu Jahr besser, weil es so viele Dinge gibt, die gelingen." Die Lehrerversorgung sei gut, die Schüler motiviert, die Eltern "ziehen voll mit", die Unterstützung der Stadt sei optimal. "Ein Rädchen greift ins andere."

Nach sieben Jahren im Auslandsschuldienst ist Verena Essrich aus den Niederlanden an die Altensteiger Realschule zurückgekehrt. Sie unterrichtet die Fächer Deutsch und Musik. Für Verena Ulmer aus Rottenburg ist Altensteig die erste Stelle nach dem Referendariat. Sport, Mathematik und WBS (Wirtschaft-, Berufs- und Studienorientierung) sind ihre Fächer. Simon Kapp hat eine Festanstellung bekommen. Er unterrichtet Deutsch, Erdkunde, Informatik und Technik. Mit acht Stunden Sport ist Patrick Raidt von der Altensteiger Werkrealschule abgeordnet worden. Im Gegenzug wechselt Jörg Birnbaum seinen Arbeitsplatz für wöchentlich 20 Stunden.

Dass der Rektor so optimistisch gestimmt ist, hat weniger damit zu tun, dass die Toiletten im Hauptgebäude generalsaniert wurden, sondern dass am 17. Oktober die "Schülerlounge" in Anwesenheit des Schulträgers, von Handwerkern und Sponsoren offiziell eingeweiht wird. Der zur Mensa hin offene Raum wird mit Computern ausgestattet und soll auch dazu dienen, in Freistunden oder Pausen auszuruhen. Nach den "Traumräubern" (2016) plant die Realschule ein neues Musical. Einzelheiten über den Inhalt will Ramsaier noch nicht verraten. Nur soviel: Die ganze Schule sei eingebunden, zusätzlich die Städtische Musikschule, die Werkrealschule und die neu gegründete Bandklasse unter Leitung von Tobias Braun.

Gestartet wird laut Auskunft von Ramsaier im neuen Schuljahr eine "Digitaloffensive". Für alle siebten Klassen "ist Informatik jetzt ein Pflichtfach und für die Klassen acht bis zehn ein Wahlfach". Viel verspricht sich der Rektor von den neu eingeführten Arbeitsgemeinschaften "4.0" mit verschiedenen digitalen Ausdrucksformen (3D-Drucker, Entwicklung einer eigenen App, Musik und dergleichen mehr) und dem Angebot "Girls who code" ("Mädchen, die programmieren").

Dass jeder Achtklässler zu Unterrichtszwecken ein iPad erhält, das auch nach Hause mitgenommen werden kann runden die Offensive ab. Ramsaier: "Die Planung ist fertig, das Konzept steht." Dass die Altensteiger Realschule beim Wettbewerb des Staatsanzeigers als "Leuchtturm des digitalen Wandels" bezeichnet wird und "wir bereits einen Preis bekommen haben", hört der Rektor nicht ungern.