Altensteig (Württ.)

Lebendige Geschichte des Dampfspielzeugs

von Schwarzwälder-Bote

Die Weihnachtsausstellung im Alten Schloss ist eröffnet. Sie steht unter dem Motto "Wenn es dampft und zischt".

Altensteig. Zu bestaunen gibt es dampfendes Blechspielzeug mit lehrreicher Funktion wie Eisenbahn, Schiff, Puppenherd, Bügeleisen und selbstverständlich Dampfmaschinen.

Bei der Ausstellungseröffnung nahm Museumsleiterin Birgitta Dieterle die anwesenden Gäste mit auf eine Reise durch die geschichtliche Entwicklung der Dampfspielzeuge, die sich ursprünglich aus Vorführmodellen der Firmen entwickelt hatten oder als besondere Präsente an Fürstenhöfen zum Einsatz gekommen waren.

Mit zunehmender Industrialisierung wurden immer mehr Modelle für das bürgerliche Kinderzimmer auf den Markt gebracht. Dabei stand nicht unbedingt der Spielzweck im Vordergrund; Jungen und Mädchen sollten eher auf ihre spätere Rolle in der Gesellschaft vorbereitet werden. Überwältigt war die Leiterin von der Vielzahl und den Kostbarkeiten, die ihr die Leihgeber anvertrauten. Und so gibt es in der Ausstellung nicht nur traumhafte Blechschiffe, Panzerschiffe, Dampfmaschinen und Eisenbahnen für die Jungen zu bestaunen, sondern auch mehr als 50 Puppenküchen, Puppenherde und Kinderbügeleisen für die Mädchen.

Die ersten Dampflokmodelle wurden mit Spiritus oder glühenden Bolzen beheizt. Absolute Raritäten sind das Fragment eines frühen Lokomotivmodells von 1826 und das Modell einer Dampfmaschine mit ungewöhnlichem Kurbelgestänge von Frederic Matthews aus Leeds aus dem Jahr 1827. Mit entsprechendem Zubehör wie Bahnhöfen, Bahnwärterhäuschen, Transmissionen, Kessel und Personengruppen werden die Exponate über vier Stockwerke präsentiert.

Mit Stolz konnte Birgitta Dieterle berichten, dass manche Leihgeber erst nach einiger Überzeugungsarbeit bereit waren, ihre Schätze dem Museum zur Verfügung zu stellen. Sie dankte den Leihgebern.

Passend zum Ausstellungsthema wurde die Eröffnung von Tobias Steeb, Leiter der Musikschule Altensteig, und seiner Gruppe der musikalischen Früherziehung mit "Blechmusik" und einem Eisenbahnlied umrahmt. Ebenso wurde der gemeinsame Rundgang von Stockwerk zu Stockwerk mit allen Strophen des Liedes "Auf der schwäb‘schen Eisenbahn" begleitet.

Viel Kreativität und Enthusiasmus bewiesen

Als Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Altensteig begrüßte Stephan Henssler die geladenen Gäste, die Leihgeber der Exponate, Vereinsmitglieder und Vertreter der Stadt. Mit einem kleinen Präsent dankte er Museumsleiterin Birgitta Dieterle und ihren Mitarbeiterinnen Bettina Stierle und Elke Sautter. Diese haben mit viel Kreativität und Enthusiasmus das Alte Schloss in eine weihnachtliche Spielzeuglandschaft verwandelt, die nicht nur die Herzen der Kinder, sondern auch die der Erwachsenen höher schlagen lassen wird. Erfreut zeigte sich Henssler auch darüber, dass durch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder alle Dienste während der Sonderausstellung besetzt sind.

In Vertretung von Bürgermeister Feeß dankte Bürgermeisterstellvertreter Hans Doll im Namen der Stadt Altensteig allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Er bezeichnete das Ausstellungsthema als höchst interessant und sprach sogar vom "Mythos" Dampfspielzeug. Einerseits würden Kindheitserinnerungen wach an die frühere Arbeitswelt mit dampfbetriebenen Maschinen in den Werkstätten, anderseits erweckten die hochwertigen Sammlerstücke ehemalige Spielzeugträume. Daher dankte Doll auch besonders den Leihgebern für die Überlassung der Kostbarkeiten, denn somit kann das Museum im Alten Schloss den hoffentlich zahlreichen Besuchern wieder etwas Besonderes, wenn nicht sogar in dieser Zusammenstellung Einmaliges präsentieren.

In einem reichhaltigen Begleitprogramm zeigen Kunsthandwerker ihr Können. Alle Termine können dem wunderschön gestalteten Flyer entnommen werden. Die Museumsleiterin konnte außerdem die erfreuliche Nachricht mitteilen, dass das Café im Museum neu verpachtet ist und während der Öffnungszeiten des Museums die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirten wird.

Die Ausstellung kann noch bis zum 21. Januar 2018 mittwochs und samstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden, außer 24., 25. und 31. Dezember.