Altensteig (Württ.)

Glockenreine Stimmen

von Maria Kosowska-Németh

Altensteig. Für das Nikolaus-Konzert gebührt den Schülern des Christophorus Gymnasium und Städtischer Musikschule sowie ihren Lehrern das Prädikat "ausgezeichnet". Das gemeinsame Unterfangen hätte wegen seines hohen Niveaus jedoch ganze Gästescharen anziehen müssen.

Zum Glück sangen und spielten die Schüler vor allem der Musik wegen, waren stolz auf ihre Erfolge und glücklich über den herzlichen Applaus. Obendrein verwischte der Besuch eines jugendlich aussehenden Nikolaus die Grenze zwischen dem Ernst des Konzerts und der vorweihnachtlichen Freude der Kinder- und Jugendscharen.

In der reichen Bandbreite des Programms dominierte die sanftmutig wirkende Musik aus verschiedenen Musikepochen. Der Abend begann mit den kurzweiligen vokalen Werken von Henry Purcell und Heinrich Grimm.

Man sah den Kindern des Oberstimmenchors an, mit welcher Aufmerksamkeit sie den Vorgaben ihres Chorleiters Michael Nonnenmann folgten und seine Wünsche in einen klangpräzisen, strahlend-lebendigen Gesang umsetzten. Es war auch spannend zu beobachten, wie sie nach der mit glockenreinen Stimmen aufgeführten Messe brève von Léo Delibes und bezauberndem Ave Maria von Giulio Caccini/Vladimir Vavilov einen Gang höher schalteten und ihrer Lebensfreude in harmonisch kniffligem "O clap your hands" von Douglas Coombes freien Lauf gaben.

Wichtig: Ob a capella (wunderbar war das "Lasst uns froh und munter sein") oder mit Klavierbegleitung von Matthias Hinderer kam der Gesang aus der Tiefe der Kinderherzen. Und zwar mit dieser Intensität, welche nur die gut vermittelte Empfindlichkeit für Musik- und Textverständnis stimulieren kann.

Um die Umbauzeit zwischen vokalen und instrumentalen Konzertteilen zu verkürzen, begleiteten hohe Orchester-Streicher die beiden Solisten im Stehen, was auch dem ausgeglichenen Klangbild zugute kam. Als erster trat der Schüler von Renate Harr Lukas Roller mit dem kompakten Violinkonzert d-moll von Antonio Vivaldi auf.

Während der Solist in expressive Tongebung und fortgeschrittene Technik seine jugendliche Verve sowie eine Prise der Risikobereitschaft einschloss, sorgte die Dirigentin Jutta Hay um das fließend-motorische Tempo, dynamische Feinheiten und ausgewogene Balance zwischen den Solo- und Orchesterstimmen.

Als ein Kontrast zu dem mit Energie geladenen Violinkonzert erschien die berühmte, für Trompete arrangierte Tenor-Arie aus der Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel im geradezu besinnlichen Licht. Gregor Mattersberger machte eine beeindruckende Figur mit ruhiger Melodieführung und strahlendem Klangkern seines Instruments auf dem zarten Hintergrund der Streicherbegleitung.

Mit zwei Blöcken der Volks- und Weihnachtslieder krönte der Kinderchor das (laut Nonnenmann) relativ kurzfristig organisierte Konzert. Es gab reichlich Applaus für alle Beteiligten und den haben sich die beiden Ensembles wirklich verdient.