Alpirsbach

Außenseiter mischen nun kräftig mit

von Claus Wiegert

Alpirsbach - Die neue Liste "Zukunft für Alpirsbach" (ZfA) wollte bei ihrem Start im Wahljahr 2014 frischen Wind in die Kommunalpolitik in der Klosterstadt bringen – und das ist ihr nach Meinung von Fraktionschef Horst Schmelzle auch gelungen.

Dass es bei der Kommunalwahl 2014 eine neue Liste für den Alpirsbacher Gemeinderat gab, sorgte für viel Gesprächsstoff in der Klosterstadt. Nicht zuletzt, weil unter den neun Kandidaten einige in der Stadt bekannte Persönlichkeiten waren, die sich nun auch in die Kommunalpolitik einbringen wollten – vor allem der evangelische Pfarrer Horst Schmelzle und Brauereichef Carl Glauner. Beide wurden in den Gemeinderat gewählt, und von der ZfA-Liste zudem noch Joachim Hermann und Michael Trein.

In letzter Zeit im Gemeinderat verstärkt interfraktionelle Anträge gestellt

Nach seiner Bilanz der ersten Amtsperiode der ZfA im Gemeinderat gefragt, antwortet Horst Schmelzle knapp und spontan: "Insgesamt zäh." Vieles sei nicht vergnügungssteuerpflichtig. Das liege aber nicht zuletzt am engen finanziellen Rahmen für die Kommunalpolitik in Alpirsbach. "Anfangs wurden wir als Außenseiter betrachtet", sagt Schmelzle, "aber wir haben einiges bewegt." Da es für ihn "nicht um persönliche Befindlichkeiten geht", begrüßt es Schmelzle, dass in letzter Zeit verstärkt interfraktionelle Anträge gestellt werden, um manche Dinge durchzubringen: "Das läuft ganz gut", sagt der ZfA-Fraktionschef, auch wenn manche Bürger dieses Vorgehen als "konspirativ", also verschwörerisch, betrachten würden.

Schmelzle: Altes Gremium soll noch einige richtungsweisende Entscheidungen treffen

Die Anträge hätten jeweils mehr als die Hälfte der Stimmen aus den vier Gemeinderatsfraktionen bekommen. So sei beispielsweise das Gewerbegebiet Höhe 1 in Peterzell nun in trockenen Tüchern. "Wir haben derzeit einen ›Flow‹", sagt Schmelzle, "manches wird umgesetzt."

Er möchte, dass der Alpirsbacher Gemeinderat in seiner jetzigen Zusammensetzung bei einigen komplizierten Angelegenheiten vor dem Sommer noch richtungsweisende Entscheidungen trifft – etwa bei der DSL-Versorgung, dem Freibad und der Schulentwicklung. Ein entsprechender Antrag sei gestellt. Der Grund: Der neu gewählte Gemeinderat müsse sich in diese Themen erst einarbeiten, und das brauche seine Zeit.

Alle vier Stadträte der Fraktion bewerben sich wieder um einen Sitz im Gremium

Alle vier Stadträte der ZfA-Fraktion treten bei der Kommunalwahl am 26. Mai wieder an, versichert Schmelzle, der zudem augenzwinkernd auf die "Altersweisheit" des Quartetts verweist.

Derzeit sucht die ZfA wie die anderen Gemeinderatsfraktionen noch weitere Kandidaten. Die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge endet am 28. März.