Albstadt

Zwölf Minuten – mehr braucht es gar nicht

von Schwarzwälder Bote

Bei strahlendem Sonnenschein ist gestern das Finale der Lautlinger Fasnet über die Bühne gegangen – erst auf der B 463, anschließend in der Festhalle. Dort kroch am späten Nachmittag der Kübele Hannes zurück in sein Fass, und ein kurze, intensive Saison 2018 war zu Ende

Albstadt-Lautlingen. Genau zwölf Minuten war der Umzug auf der B 463 unterwegs; Zunftmeister Micha Fürst und Ehrenzunftmeister Heiko Peter Melle hatten die Zeit gestoppt und waren sich anschließend einig, dass noch mehr Kulanz gegenüber dem Durchgangsverkehr beim besten Willen nicht möglich war und schon das Wort "Verkehrsbehinderung" dem Sachverhalt viel zuviel Ehre antat.

Die beiden waren freilich nicht die einzigen Zeitnehmer vor Ort; Ursula Schurer von der städtischen Straßenverkehrsbehörde war ebenfalls erschienen – durchaus passend im Tigerkostüm – und hatte ein wachsames Auge auf die Szenerie. Ob sie wohl Zuschauer und Teilnehmer gezählt hat? "Mindestens 500", versicherten Fürst und Melle einander im Brustton der Überzeugung. "Das kann ihr unmöglich entgangen sein!"

Je kürzer das Intermezzo auf der Bundesstraße, je länger der Umzug und je dichter die Reihen der Zaungäste, desto größer sind die Aussichten der Lautlinger Narren, dass die Brauchtumspflege am Fasnetsdienstag auch künftig im gewohnten Rahmen stattfinden kann – so lautet zumindest ihr närrisches Kalkül; ob es aufgeht, wird man in einem Jahr sehen.

Die Lautlinger haben das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht

Wenn nicht, wird es nicht an den Lautlingern gelegen haben: Die hatten sich wie gewohnt viel Mühe gegeben, hatten sich in Krümelmonster (Kindergarten), Vogelscheuchen, Vampire (Junger Chor), Robin Hoods (TSV), trinkfreudige "Beer"-Men und "Happy Hippies" verwandelt und an einem Tag, da außer den treuen Margrethausener Runkelriabaweible keine auswärtigen Gäste zu gewärtigen waren, das Beste aus ihren Möglichkeiten gemacht.

Bei der anschließenden Kinderfasnet war die Halle gut gefüllt, und das, obwohl sich dank dem schönen Wetter auch draußen viele Festgäste niedergelassen hatten. Sie blieben, bis die Sonne verschwunden und der Hannes wieder im Fass war. Glückselige Fasnet – im nächsten Jahr!