Albstadt

Warten auf Zuschüsse lohnt sich nicht

von Martin Kistner

Albstadt-Onstmettingen - Die Thanheimer Straße kann auch ohne Zuschüsse saniert werden – das sagte Baubürgermeister Udo Hollauer beim Onstmettinger Ortschaftstag zu. Vor 2016 gäbe es keine Förderung, und so lange sollen die Onstmettinger nicht mehr warten.

Der nordwestliche Ortsausgang war eine der Stationen, welche die Albstädter Verwaltungsspitze, vorneweg Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow, und die Gastgeber vom Onstmettinger Ortschaftsrat auf ihrem anderthalbstündigen Rundgang ansteuerten. Der Straßenbelag zwischen Ortsschild und Gasthaus Akropolis ist in einem desolaten Zustand, und dass sich Albstadt an seiner nördlichen Pforte von seiner attraktivsten Seite zeige, lässt sich kaum behaupten.

Was nach 2015 kommt, weiß noch keiner

Bislang hatte man im Technischen Rathaus gehofft, noch 50 000 oder 60 000 Euro Zuschuss für die Sanierung zu ergattern, aber laut Hollauer steht die Onstmettinger Ortsdurchfahrt nicht auf der Liste der Projekte bis 2015, und was danach kommt, weiß man nicht. Am Ende waren sich alle einig, dass sich Warten nicht lohne und 50 000 Euro sich auch am Projekt einsparen ließen. Der Vollausbau kann kommen.

Hinter der Ortsdurchfahrt zurückstehen müssen die Hofäcker- und die Wiesenstraße. Letztere stand ebenfalls auf dem Besichtigungsprogramm – Ortsvorsteher Siegfried Schott wollte den versammelten Bürgermeistern noch zwei leerstehende Häuser zeigen, deren Kauf und Abriss den Weg buchstäblich für Sinnvolleres freimachen könnte – die Fassade ragt mehr als einen halben Meter über die Baulinie hinaus. Doch Hollauer winkte ab: Solche "Schrottimmobilien" gebe es zuhauf in Albstadt. Die Stadt will kein Fass aufmachen; stattdessen hofft sie, dass eine Novelle des Baugesetzbuchs es ab 2013 ermöglichen könnte, die Eigentümer verfallender Häuser zum Abbruch zu verpflichten.

Fällig für den Abbruch wäre auch die einstige Textilfabrik Luippold an der Ecke von Haupt- und Theodor-Storm-Straße. Auch hier hat der Eigentümer, ein Tiefbauunternehmer aus Oberbayern, bisher kein Entgegenkommen gezeigt – er würde lieber an die Stadt verkaufen und ihr den Abbruch überlassen.

Das Landratsamt wurde auch schon bei ihm vorstellig, unter anderem mit dem Hinweis, dass Fässer mit Farbe und Chemie auf dem Areal eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellten. Das Zuckerbrot Sanierungsmittel hat ebensowenig geholfen; allerdings, so Udo Hollauer, sei ohnehin nicht mehr viel im Topf. Von "Daumenschrauben" war auf dem Rundgang auch die Rede – welche, das blieb offen.

Ammann & Drescher ist kein Baudenkmal

Bei Ammann & Drescher ist man da schon weiter – der Abbruch hat begonnen, die Anfrage, ob man es mit einem Baudenkmal zu tun habe, hat das Landesdenkmalamt verneint. Lediglich die historische Steuerung des Turmaufzugs und der Aufzugendschalter werden ausgebaut; Fahrstuhlhersteller Haushahn will sie im Museum unterbringen. Der Turm selbst ist nicht museal und muss weg.

Weitere Wegstationen: Die Riedschule, vor der sich einige Onstmettinger einen Straßenübergang wünschen, der benachbarte Kinderspielplatz, dessen Verlegung erwogen wird – entweder auf die Ammann-&-Drescher-Brache oder in den Park. Stadtrat Oskar Ohngemach stellte die Frage nach dem künftigen Verlauf des Onstmettinger Radwegs, der derzeit an der Nordwestecke des Parks im Nirgendwo endet. Hollauers Antwort: Im Juli komme der neue städtische Verkehrsplaner – er werde ein Gesamtwegekonzept für Albstadt erarbeiten.