Albstadt

Stadt verteidigt ihren Spielraumplan

von Martin Kistner

Die Stadt Albstadt wehrt sich gegen Vorwürfe, sie vernichte Spiel- und Grünflächen im Ebinger Westen. Als Ersatz für den Spielplatz in der Danneckerstraße entstehe schließlich keine 100 Meter weiter südlich, auf dem Gelände der Schalksburgschule, ein neuer.

Albstadt-Ebingen. Die Grünfläche im Zwickel zwischen Dannecker- und Schalksburgstraße, auf der sich der Spielplatz befindet, hat die Stadt an die katholische Kirchengemeinde verkauft – diese möchte darauf ein neues Domizil für ihre Sozialstation errichten. Dafür will die Stadt zwischen der asphaltierten Zone des Schulhofs und der Sackgasse Im Gikental einen neuen Spielplatz bauen. Dieser ist für Kinder im Grundschulalter bestimmt. Die Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter bekommen einen anderen Spielplatz, für den die Planer im technischen Rathaus das Areal zwischen Kindergarten und kleinem Pavillon ausersehen haben. Die Kritik von Gegnern der Kindergartenverlegung, den Kleinkindern werde die Gesellschaft der Schulkinder aufgenötigt – und umgekehrt – , mag sie unter diesen Umständen überhaupt nicht akzeptieren.

Auch den Vorwurf, sie evakuiere die Kinder des Quartiers aufs Schulgelände, auf dem sie noch genug Zeit im Leben verbringen würden oder schon müssten, weist sie von sich. Die Stadt, so Baubürgermeister Udo Hollauer, habe schon vor sechs Jahren begonnen, sich im Rahmen der Neugestaltung von Albstadts Schulhöfen Gedanken über die Schalksburgschule gemacht: Hier wie auch an den anderen Schulen gehe es darum, die tristen Asphaltflächen eines vergangenen Pädagogikzeitalters durch attraktive Aufenthaltsräume zu ersetzen und gegebenenfalls tauglich für den Ganztagsschulbetrieb zu machen. An der Tailfinger Lutherschule und der Ebinger Oststadtschule sei das bereits geschehen, jetzt komme die Schalksburgschule an die Reihe, an der im September der geschlossene, das heißt verbindliche Ganztagsschulbetrieb für die Erst- und Zweitklässler eingeführt wird. Parallel dazu werde das im Lauf von fünf Jahren entwickelte und von langer Hand vorbereitete städtische Spielraumkonzept umgesetzt – dass im Schulhof ein Kindergarten gebaut werde, nur um der Kirche ein Grundstück verkaufen zu können, sei eine aus der Luft gegriffene Unterstellung.

Die Schalksburg ersteht wieder – im Kleinformat

Die Planung für den neuen Kindergarten sieht unter anderem eine weitläufige Kletteranlage, einen Kletterfelsen und eine (Schalks)burg mit hölzernem Turm, Hangrutsche und einem kleinen Hof – Schulleiterin Bärbel Göttling-Lebherz spricht von einem "grünen Klassenzimmer" – sowie Sitzterrassen für Eltern und sonstige Aufsichtspersonen vor.

Das westlich der Schule gelegene Kleinspielfeld soll ans Ende der Sackgasse im Gikental verlegt werden; an seiner Stelle entsteht als Ersatz für den Parkraum im Gikental ein Parkplatz – eine Rochade, wenn man so will. Damit hofft die Stadt auch das Problem lösen zu können, dass der Platz momentan aus Rücksicht auf die Anwohner nur zeitweilig genutzt werden kann. Die Nähe des neuen Standorts zur Lautlinger Straße hält Udo Hollauer für unproblematisch: Der Platz werde hoch umzäunt und nötigenfalls mit einem Netz überspannt.

300 000 Euro wird dieses Programm die Stadt kosten. Die Spielgeräte, deren Lieferfristen erfahrungsgemäß lang sind, wurden bereits bestellt, Submissionsdatum für den Landschaftsbau ist der 6. Juni; wenn alles nach Plan läuft, könnte der neue Spielplatz im Frühjahr 2020 fertig sein. Den alten wird es dann wohl noch geben – allein die für eine Überbauung erforderliche Bebauungsplanänderung dürfte ein Jahr in Anspruch nehmen.