Albstadt

Hochburgen geschleift

von Martin Kistner

Albstadt. Stärkste Partei hin oder her – bei Verlusten von durchschnittlich zehn Prozent, die die CDU im Oberen Bereich hinnehmen muss, ist dieses Prädikat ein Muster ohne Wert. Die Einbußen der Christdemokraten sind höher als im Landesschnitt und gerade in den Gemeinden, in denen in früheren Wahljahren Zwei-Drittel-Mehrheiten und mehr erzielt wurden, besonders hoch ausgefallen: Knapp 13 Prozent in Nusplingen, 17 Prozent in Obernheim – das ist mehr als schmerzhaft, das ist fatal. Linke Häme erscheint hier allerdings unangebracht, denn gerade in Obernheim wird besonders deutlich, wer profitiert hat: die AfD, die mit 15,1 Prozent ihr drittbestes Ergebnis im Kreis hinter Burladingen und Grosselfingen erzielte.

Die Zeiten, da die SPD sich freuen konnte, wenn die CDU patzte, sind lange vorbei – die sozialdemokratische Talfahrt hält an. Die Grünen sind auch im Raum Albstadt im Aufwind, aber zur Volkspartei fehlt noch viel. Der Blick auf Bitz ist nur bedingt aufschlussreich: Dass die Befürworter der Windkraft ausgerechnet auf der Hochalb, wo derzeit der Zielkonflikt zwischen Natur- und Klimaschutz tobt, Bäume ausreißen würden – natürlich im übetragenen Sinn – war nicht zu erwarten. 4,7 Prozent Zuwachs liegen im Rahmen – anderswo waren es mehr.