Albstadt

Albstädter Studentin macht Furore in Denver/Colorado

von Schwarzwälder Bote

Albstadt. Inga Grether, Masterstudentin des Studiengangs Textil- und Bekleidungsmanagement an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, hat es in der internationalen "adidas×Woolmark Performance Challenge" unter die besten zehn von über 500 Teilnehmern geschafft. Die gemeinsame Auszeichnung des Herzogenauracher Sportartikelherstellers Adidas und der Merinowollspezialisten von Wool-mark wurde in diesem Jahr erstmals verliehen – und zwar in Denver im US-Bundesstaat Colorado.

Dort hat Inga Grether einer hochkarätig besetzten Jury ihren Wettbewerbsbeitrag vorgestellt: ein Konzept zur Erstellung eines "Performance-Gestricks" für den Sport- und Outdoorbereich in Kombination mit "Bodymapping". Die Idee geht auf ihre Masterarbeit zurück, die sie beim Albstädter Rundstrickmaschinenhersteller Mayer & Cie geschrieben hat. Der hat eine Spinn-Strick-Maschine mit Namen "spinitsystems" entwickelt, die dem Gestrick bereits bei der Herstellung spezielle Eigenschaften verleiht, und dieses System nutzte Inga Grether, um die besonderen Eigenschaften des Rohmaterials Merinowolle mit denen des Spinit-Gestricks zu kombinieren und das Endprodukt dann noch exakt auf die Physiologie des menschlichen Körpers abzustimmen. Ihr war es nicht zuletzt um Nachhaltigkeit zu tun: "Mich begeistert es, neuartige Technologie auf ein natürliches Material wie australische Merinowolle anzuwenden. Ich will natürliche Rohstoffen nutzen, ihre Eigenschaften aber durch Forschung und Entwicklung optimieren."

Mit diesem Konzept war sie zuerst zu einem dreitägigen Workshop mit Fachvorträgen in London angereist – und dann zur Finalrunde in Denver eingeladen worden: Sie hatte die Jury, der hochrangige Vertreter des Magazins "Sports Illustrated" und der Senior Design Director von Adidas angehörten, überzeugt. In den USA bot sich ihr dann die Möglichkeit, andere Nachwuchstalente aus der Branche kennenzulernen und sich intensiv mit ihnen auszutauschen. Familiär sei die Atmosphäre gewesen, erinnert sie sich, und der Wettbewerbscharakter komplett in den Hintergrund gerückt. "Alle haben sich für die Siegerin gefreut, wir stehen auch nach wie vor in Kontakt." Dass sie nicht gewonnen hat, macht ihr nichts aus – sie verbuchte die Teilnahme am Contest als vollen Erfolg. "Das Feedback war enorm wertvoll für mich", sagt sie über ihre Präsentation vor der Jury, und die Erfahrungen, die sie gemacht hat, kann ihr keiner nehmen.

Inga Grether ist eine von zwei Bewerbern, die der Albstädter Studiengang Textil- und Bekleidungsmanagement ins Rennen geschickt hatte. Wer an der Neuauflage der Challenge teilnehmen möchten, der, rät Inga, sollte "zunächst eine Vision entwickeln", diese Idee dann konsequent durchdenken und sich dabei die Frage stellen: "Ist das realistisch – und falls nicht, was muss ich tun, damit es realistisch wird?" Der fachliche Hintergrund der Jury sei enorm vielfältig, und deshalb sei es wichtig, die Vorzüge des eigenen Konzepts genau auf den Punkt zu bringen, um sie dann überzeugend darstellen zu können.

Inga Grether selbst nimmt ihren neuen Kontakte und den Zuspruch ausgewiesener Branchenexperten mit in den Beruf: Demnächst wird sie bei Mayer & Cie ihre erste Stelle antreten.