Aichhalden

Immer Ärger an der Grüngutplatte

von Stephan Wegner

Wo treffen sich an einem Samstagnachmittag in Aichhalden die meisten Menschen und wo ist der größte Fahrzeugauflauf? Richtig, an der Grüngutplatte in Rötenberg beim alten Sportplatz.

Aichhalden-Rötenberg. Sieben Fahrer von Traktoren mit Anhänger, einer mit Frontlader sowie mehrere Autofahrer, die teilweise ihr Grüngut auf einen Anhänger geladen haben, warten gleichzeitig darauf, Rasen- und Heckenschnitt abgeben zu können. Die Mitarbeiterin vor Ort ist freundlich und hilfsbereit – aber gegen diesen Andrang kann sie auch nichts machen: Die beiden bereitgestellten Container sind mehr als voll und die Fläche zwischen beiden auch schon.

Wer seine schweren Säcke nicht lupfen kann oder direkt vom Anhänger entladen will oder muss, braucht Kraft oder Ausdauer. Kleinere Mengen dürfen auch schon neben dem bereits aufgeschütteten Grünguthügel abgelegt werden, für größere reicht dazu der Platz innerhalb der Umzäunung nicht. Und so ist die Stimmung unter manchen der Anliefernden nicht gerade gut, gereizt, könnte man vorsichtig sagen.

Kritik richtet sich nicht nur gegen die samstäglichen Nachmittags-Öffnungszeiten, die die Bürger als viel zu gering erachten, sondern auch dagegen, dass man auch von Aichhalden aus mit teilweise nicht mehr ganz so jungen Traktoren zuerst nach Rötenberg "tuckern" müsse, um dann dort das Grüngut abzugeben. Von der Menge her spare der Landkreis ja gar nichts ein und an die Umwelt werde dabei gar nicht gedacht, heißt es.

Seit Wochen beschäftigt Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer dieses Thema bereits – und zwar nicht nur samstags, wo er auch schon, als er selbst Grüngut abzugeben hatte, älteren Menschen half, dieses in die Container zu laden. Er fordert vom Landratsamt, dass der Grüngutplatz zumindest etwas erweitert wird und es möglich werde, von mehr als einer Seite abzuladen.

Klar gemacht habe das Landratsamt, dass es für die Gemeinde Aichhalden aus Kostengründen nur eine einzige Grüngutsammelstelle geben werde – außer die Kommune käme für jährliche Kosten von rund 30 000 Euro selbst auf. So viel würden Containermiete, Abfuhr, Betreuung und weitere Nebenkosten ausmachen. Vom Standort her, und das wisse das Landratsamt, könne die Gemeinde nur Rötenberg anbieten, weil es für Containerabsetzfahrzeuge nicht möglich sei, an den bisherigen Platz an der früheren Kläranlage im Aichhalder Loch zu gelangen, der förmliche Beschluss des Gemeinderats stehe aber noch aus, räumt Lehrer ein.

Etwas geholfen wäre den Aichhaldern ja schon, wenn die Öffnungszeiten verlängert oder an einem Mittwoch Grüngut abgegeben werden könnte. Die Betreuungskosten hierfür würde die Gemeinde auch übernehmen – und es gebe einen Mitarbeiter, der die drei Stunden Mehröffnungszeit übernehmen würde, weiß Lehrer.

Zumindest, so der Aichhalder Bürgermeister, sei auf mehrmaliges Anmahnen das im Aichhalder Loch abgelegte Grüngut abgeholt worden – da der Zaun aber immer noch offen sei, habe sich allerdings schon wieder einiges Material angesammelt.